Selbstvertrauen zerstören

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Selbstbewusstsein aufbauen ist schwierig, es zu zerstören ist leicht. Deshalb fange ich damit an. Man beachte folgende Regeln:

1. Denke negativ. Positiv denken ist für Weicheier. Wenn es dir gut geht, ist das keineswegs auf deine Leistung zurückzuführen, sondern lediglich ein Zufall. Das unverdiente Glück des Augenblicks. Eigentlich müsste es dir schlecht gehen, denn das ist es, was du verdient hast.

2. Miss dich an anderen. Anderen geht es immer besser als dir: Und zwar in allen Lebensbereichen. Sie verdienen mehr Geld, haben mehr Ansehen und ihre Kinder sind besser erzogen. Sieh dich selbst an und weine.

3. Fremdattribuierung. Vergiss bei Punkt 2 nicht, dass es nicht an dir selbst liegt, dass es dir schlecht geht, sondern immer an den anderen. Und vergiss dabei nicht, dass es nicht an den anderen liegt, dass es ihnen gut geht, sondern wiederum an anderen (z.B. deren Eltern, den glücklichen Umständen: „Denen geht es nur gut, weil sie es in ihrer Kindheit besser hatten als ich“).

4. Selbstattribuierung. Dein Wert als Mensch definiert sich nicht über deine Handlungen, sondern über deren Ergebnisse. Gelingt dir etwas nicht, so hast du persönlich versagt und bist als Mensch wertlos. Dabeisein ist nicht alles. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel.

4. Komplimente sind Eitelkeiten. Wenn dich andere loben, so ist es nur, weil sie etwas von dir wollen. Keinesfalls deshalb, weil du es verdient hast. So gut bist du nicht.

5. Übe Selbstkritik. Ständig. Es gibt nichts, worauf du stolze sein kannst. Das ist der Königsweg, wenn es darum geht, Selbstbewusstsein gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wenn unreflektiere negative Selbstkritik nur lange genug praktizierst, glaubst du dir sogar irgendwann.

6. Erinnere dich an Misserfolge. Nicht die Erfolge zählen. Streiche die – wenigen, unverdienten, zufälligen – Erfolge aus deinem Gedächtnis und mach dir eine Liste mit all deinen Unzulänglichkeiten. Lerne die Liste auswendig. Fun Fact: Es kommen jeden Tag neue Fehler und Schwächen hinzu. Sollte dir wirklich gar nichts mehr einfallen, kannst du ja deine „besten Freunde“ fragen, die helfen dir sicher weiter. Sich auf Stärken zu besinnen ist eine Schäche!

7. Schau auf deinen Kontostand. Hier: -1049,92. Misto.


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