Monatsarchiv: August 2011

Schnell, schnell, sonst ist der Sommer weg!

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Schlafphasen sind wichtig, um bereits gelernte Inhalte zu festigen und zu verknüpfen. Darüber hinaus werden allerdings neue Inhalte auf kreative Weise geschaffen: Am Netz von Erinnerungen wird weitergeknüpft, Assoziationen werden erschaffen, die es bisher noch nicht gab, und stehen abrufbereit im Gedächtnis, um dann aktiv zu werden, sobald sie auf entsprechende neue Inhalte im Wachzustand treffen.

Kreativität verlangt Auszeiten.

 

Bin an einer Plakatwand vorbeigekommen, auf der ein Reisebüro wirbt:

Schnell, schnell, sonst ist der Sommer weg!

Stelle fest, dass ich seit 5 Monaten durchgearbeitet habe.

Auch wenn manche Menschen geistige Arbeit nicht als Arbeit sehen – anstrengend ist sie trotzdem.

 

Ich gönne mir – und Isi und den Kindern – eine Woche Urlaub in Italien.

 

Quellen:

  • http://www.stern.de/wissen/mensch/kopfwelten-schoepferischer-schlummer-1564074.html
  • Ellenbogen, J. M. et al. 2007: Human relational memory requires time and sleep. PNAS 104, 7723-7728
  • Huffington, A. & Leive, C. 2010: Sleep Challenge 2010: Women, It’s Time to Sleep Our Way to the Top. Literally. Huffington Post v. 4.1., online.
  • Lau, H. et al. 2010: Daytime napping: Effects on human direct associative and relational memory. Neurobiology of Learning and Memory 93, 554-560
  • Walker, M. P. et al. 2002: Practice With Sleep Makes Perfect: Sleep-Dependent Motor Skill Learning. Neuron 35, 205-211
  • Walker, M. P. & Stickgold, R. 2006: Sleep, Memory, and Plasticity. Annual Review of Psychology 57, 139-166
  • Walker, M. P. 2009: Sleep-dependent Memory Integration. Frontiers in Neuroscience 3, 418-419

Verknüpfung

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Dass sich Probleme dadurch lösen lassen, dass man eine Nacht darüber schläft, habe ich bereits geschrieben:

In der Tiefschlafphase werden Lerninhalte, die im Hippocampus zwischengespeichert wurden, mit dem Langzeitgedächtnis verknüpft. Dabei wird vor allem denjenigen Inhalten erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt, die mit intensiven Emotionen verbunden sind. Durch die Neuorganisation der Informationen kommt es oft zu einer neuen Betrachtungsweise alter Probleme – die dadurch eventuell gelöst werden können.

Gleiches gilt für das motorische Gedächtnis: Bewegungsabläufe und Muskeln, die im Wachzustand trainiert wurden, verbessern sich durch die Verarbeitung in der Tiefschlafphase.

Fun Fact: Bewegungsabläufe und Muskeln werden auch trainiert, wenn man sich im Wachzustand geistig intensiv mit dem Training befasst – beispielsweise, indem man Sportzeitschriften liest oder sich entsprechende Videos ansieht.

Quelle: http://www.stern.de/wissen/natur/forschung/neurobiologie-probleme-loesen-im-schlaf-519251.html


Hartplatzhelden

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Eine weitere Lektion in Punkto “gute Recherche spart Geld, Zeit und Nerven” im Wirtschaftsmagazin brand eins:

Ein Artikel von Oliver Fritsch, dem Erfinder der Internetplattform Hartplatzhelden (http://www.hartplatzhelden.de/). Zusammen mit ein paar Kumpels kam ihm die Idee, Videos von Amateurfußballspielen ins Internet zu stellen – eine Art Sportschau für Amateure. Prompt wurde er von verschiedenen Fußballverbänden verklagt mit der Begründung, er bereichere sich an fremder Leistung.

Nach zwei Gerichtsurteilen gegen ihn gewann er jedoch schließlich gegen die Kläger.

Ein Paradebeispiel an Durchhaltevermögen – und Skurrilität – das leider zeigt, dass nicht immer alles mit Recht und Ordnung zugeht, wenn es um Geld geht.


brand eins

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Habe mir das Wirtschaftsmagazin brand eins (13. Jahrgang, Heft 08 August 2011) gekauft. Zur Inspiration/Motivation

Gleich am Anfang des Heftes unter der Rubrik Mikroökonomie: Ein afghanischer Kamelhändler in Abu Dhabi.

Der Einkaufspreis für ein Kamel liegt bei 3000 Euro, der Verkaufspreis bei 6000 Euro, minus 900 Euro Steuern – also ca. 2000 Euro Gewinn.

 

Monatliche Ausgaben:

420 Euro Standmiete

400 Euro Futter

125 Euro Zimmermiete in einer WG

1500 Euro für die beiden Frauen und die drei Kinder zu Hause

200 Euro für die Miete der Frauen und Kinder zu Hause

Insgesamt ca. 2700 Euro.

 

Man muss ganz schön viele Kamele verkaufen, um damit Millionär zu werden.

Und man ist fernab der Heimat – will ich das?

Nein.

Schlafmangel

Schlafmangel kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Dabei ist der geminderte Erholungseffekt des Schlafs wohl genauso bedeutsam wie die verkürzte eigentliche Schlafdauer. Allgemeine Beeinträchtigungen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Angst, Niedergeschlagenheit und Erschöpfung sind die häufigsten Auswirkungen einer geminderter Schlafqualität.


Wachen und schlafen

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Recherche zeigt: nicht alle Lebewesen schlafen. Nur Säugetiere (inklusive Mensch) und bestimmte Vögel, aber auch nicht alle.

Wahrscheinlich ist für die meisten Tiere das Schlafen zu gefährlich: Man befindet sich in einer aufs Nötigste reduzierten Form der Wachheit, bewegt sich kaum (außer man leidet am Restless-Legs-Syndrom oder ist Schlafwandler), ist nicht ansprechbar und auch nicht wirklich zu rationalem Denken fähig.

Isi meint, das sei mein Dauerzustand.

Nicht lustig.

Trotzdem ist der Schlaf ein aktiver und lebenswichtiger Vorgang, dessen Stellenwert man nicht unterschätzen darf

 

Habe auf dem Sommerfest des Kindergartens eine Mit-Kindergartenkind-Mutter kennengelernt (gibt es dafür einen besseren Ausdruck?), die bis vor drei Jahren (also bis  zur Geburt ihres Kindes) professionelle Billiardspielerin war.

Wenn ich genau überlege, hat sie wahrscheinlich schon während der Schwangerschaft mit dem Billiardspielen aufgehört.

Oder eine Cue-Verlängerung benutzt.

Hab mich gleich mit ihr über Color of Money mit Paul Newman und Tom Cruise unterhalten. Aber: Mit Billiardspielen kann man nicht reich werden. Die Preisgelder befinden sich im niedrigen vierstelligen Bereich, meistens jedoch sogar im dreistelligen Bereich.

Dafür muss man dann wirklich täglich trainieren und jedes Wochenende auf mindestens zwei Turniere fahren – und natürlich gewinnen.

Scheidet also auch aus.

Nicht zu letzt aufgrund der Tatsache, dass ich zwar Kickern, Flippern und Darten, nicht jedoch Billiard spielen kann.

 

Weiter im Schlaf:

Wieviel Schlaf braucht der Mensch?

Laut statistischem Bundesamt schlafen Erwachsene durchschnittlich zwischen 6 und 9,5 Stunden. Laut Erkenntnissen der Schlafforschung ist das auch gut so, denn der Mensch braucht, um sich wirklich wohl zu fühlen, mindestens 7-8 Stunden Schlaf täglich. Natürlich gibt es individuelle Variationen. Es gibt Kurzschläfer, Langschläfer und solche, deren Rhythmus sich wochenweise ändert (z.B. im Urlaub). Es gibt Menschen, die tagsüber schlafen und nachts arbeiten und umgekehrt.

Albert Einstein brauchte angeblich 14 Stunden Schlaf und schaffte es trotzdem – oder gerade deswegen – die Relativitätstheorie zu entwickeln. Aber mittlerweile ist Schlafmangel so etwas wie ein Statussymbol geworden: Wer wenig schläft leistet mehr. Angeblich. Und dabei geht es nicht darum, dass man zu wenig schlaf bekommt, weil man sich die Nächte mit zweifelhaften Vergnügen um die Ohren schlägt (Beispiel: Orell wollte mir einmal den Song Cliffs of Dover bei Guitar Hero auf der Wii vorspielen, angeblich einer der ersten Songs im Spiel. Wie sich herausstellte, war es tatsächlich der letzte Song, weshalb wir die halbe Nacht damit verbrachten, alle Levels durchzuspielen. Dass wir keinen Guitar Hero Controller hatten, sondern alle Songs auf der Wii-Mote spielen mussten tat ein Übriges dazu).

Ich freute mich bisher über die Erkenntnisse der Schlafforschung, nach denen dauerhafter Schlafmangel krank macht und die deshalb fordern, ausreichenden Schlaf als eines der Grundbedürfnisse des Menschen anzuerkennen und entsprechend zu würdigen.


Drum your own Rhythm

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 Das Schlaf-Wach-Verhalten – der zirkadische Rhythmus – wird überwiegend vom Schalfhormon Melatonin gesteuert. Im Wesentlichen wird dadurch (individuell) bestimmt, zu welcher Tageszeit ein Mensch leistungsfähig ist und zu welcher nicht.

Ein Klassiker: Das Mittagstief. Unter anderem hervorgerufen durch die Verdauungsarbeit, die der Magen-Darm-Trakt leisten muss 😉

Grundsätzlich gilt: Der Mensch ist leistungsfähiger, je besser er sich an seinen individuellen natürlichen Rhythmus angepasst hat. Ein Nickerchen am Bürotisch wird zwar nicht gern gesehen, könnte aber unter Umständen die eigene Leistung steigern.  Und die der Kollegen beim Papierkugel-Zielwerfen.

Ich muss meinen eigenen Rhythmus finden.


Apokalypse

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Gestern Abend

Abseits vom Gemenge sah ich, wie zwei Alt-Rocker erst verschwörerisch miteinander tuschelten, und dann irgendwelche Tabletten einwarfen. Als ich sie fragte, was sie nehmen, meinten der eine: „Antihistaminika. Gegen Heuschnupfen.“ Der andere fügte hinzu: „Im Bier sind auch Histamine. Und dagegen bin ich empfindlich. Immer wenn ich mehr als zwei Bier trinke, kriege ich Schnupfen. Die Antihistaminika sind Prophylaxe.“

Heute Nacht

Der Wetterbericht hatte sich leider nicht getäuscht. Ein Gewitter von apokalyptischen Ausmaßen.

Wir (Orell, Syl, Isi und ich) hatten mein altes Jack Wolfskin Iglu aufgebaut. Als es so richtig zu schütten anfing, zogen wir uns erst unter das Vorzelt (imprägnierte, schwere Baumwolle) zurück, irgendwann gaben wir auf und krochen in die Schlafsäcke. Gestört wurde unser sanfter Schlummer lediglich durch helle Blitze, Donnergrollen und unsere Nachbarn: Statt eines Zeltes hatten sie einen Gartenpavillon aufgebaut – wie die meisten der Konzertbesucher. Ist wohl eine Modeerscheinung. Als das Gewitter kam, war ihnen das ganze Metall um sie herum wohl nicht ganz geheuer, so dass sie sich ins Auto zurückzogen. Faradayscher Käfig. Aus Langeweile (und Konzerteuphorie) begannen sie dann, die Titelmusik von Indiana Jones zu hupen. Dann die von Shaft. Highway to Hell erkannte ich noch, dann übermannte mich der Schlaf.

Gegen 5 Uhr hörte der Regen endlich auf, ich nutzte die Gelegenheit und spazierte auf dem Campinggelände herum. Von einem kleinen Hügel aus sah ich das ganze Ausmaß der Zerstörung: Überall lagen weiße Gartenpavillons deren geknickte Beine wie bei Weberknechten in alle Richtungen standen. Zerflederte Iglus, Durchtränkte Schlafsäcke. Die Menschen hatten sich in die Autos zurückgezogen, an deren beschlagenen Scheiben sich Füße, Arme und Gesichtshälften drückten.

Das einzige Zelt, das noch stand, war unseres.

Wenn jemand die Apokalypse überlebt, dann sind wir das.