Monatsarchiv: Oktober 2011

Fluchtvorbereitungen

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:       –

AAARRRGH!!!

 

Veröffentlicht am 30.10.2007; http://galerienvirtuell.de/kunst-report-Studentin-findet-wertvolles-Gemaelde-in-Flohmarkt-Sofa,675.html

Studentin findet wertvolles Gemälde in Flohmarkt-Sofa

Da hat wohl auf einem hamburger Flohmarkt eine Studentin für 150€ ein Sofa gekauft – als sie zu Hause den Bezug wechselte, entdeckte sie darunter ein 26x39cm großes Gemälde, das mit dem Namen Adam Elsheimer signiert war. Recherche zeigte dann, dass es sich zwar nicht um ein Gemälde des Barockmalers Adam Elsheimer handelte, dafür aber um eines des venezianischen Malers Carlos Saraceni. Genau genommen war es allerdings auch nicht von Saraceni, sondern lediglich von einem unbekannten Maler aus dessen künstlerischem Umfeld. Wie dem auch sei, das Bild mit dem Titel  Die Vorbereitung zur Flucht nach Ägypten stammte aus dem frühen 17. Jahrhundert, wurde mit einem Wert von 5000-7000 Euro beziffert und schließlich für 19 200 Euro verkauft.

Keine Million, aber immerhin.

Und vom 30.09.2008

Der Traum aller Schnäppchenjäger ist wahr geworden: Für nur 45 Euro hatte eine Holländerin 1951 ein Gemälde auf einem Flohmarkt erstanden. Jetzt kam raus – es ist ein Alter Meister, geschätzter Wert mindestens 80.000 Euro. (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,581545,00.html)

Ein Sachverständiger stellte in einer Fernsehsendung fest, dass das Bild aus dem Jahre 1620 ist und von einem flämischen Meister namens Pieter Brueghel stammt. Geschätzter Wert: 80 000 Euro.

Da kommen wir der Million schon näher.


Dinge

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:       –

 

Flohmarkt war usrprünglich Aktionskunst.

Das deckt sich mit meinem Flohmarkterlebnis mit den Wahnsinnigen. Der Flohmarkt machte auf mich den Eindruck eines riesigen Flashmobs:

Der Begriff Flashmob (englisch: Flash mob; flash = Blitz; mob [von mobilis beweglich] = aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel – deutsch etwa Blitzpöbel) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun..( http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob)

Zu ergänzen: irrationale Dinge tun.

Wie dem auch sei, der erste Flohmarkt in Deutschland fand 1967 in Hannover statt und wurde vom Aktionskünstler Reinhard Schamuhn organisiert. In den 70ern hatten sich Flohmärkte dann schon etabliert und mittlerweile gibt es davon jedes Jahr Tausende (aktuell: über 40.000).

Statistisch heißt das: Zehn Prozent der Bevölkerung, (immerhin ca. 8 Millionen Menschen!) gehen 2-3 Mal pro Monat auf den Flohmarkt. (Qualle: http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/sammeln/flohmarkt/ index.jsp)

 

Mittlerweile finde ich Flohmärkte gar nicht mehr so schlecht, war heute schon wieder auf einem, diesmal in Salzburg: Man findet dort durchaus Kuriositäten, deren Preis eher vom individuellen Interesse abhängt. Dinge für Nostalgiker. Persönliche Schätze für Romantiker.
Und für Frühaufsteher: Besondere und wertvolle Dinge wechseln meistens schon vor Sonnenaufgang den Besitzer.

Meine Variante: Einfach so herumzugehen, ohne etwas bestimmtes zu suchen und trotzdem etwas zu kaufen. Und wenn man sich nicht zu sehr davon gefangen nehmen lässt, das ganze Geschehen etwas distanziert und entspannt betrachtet, dann kann man dem Treiben sogar einen gewissen Reiz abgewinnen.

Ich brachte nach Hause: Ein Neon-Schild Foster’s – The Best Australian Beer (15€, hängt jetzt bei uns im Proberaum), ein Casio Keyboard (3€, liegt jetzt bei uns im Proberaum) und ein paar Überraschungsei-Figuren.

Witzig, aber richtig reich werden kann man am Flohmarkt nicht.


Jesse Ramsden

Kontostand:                  -1248,68

Ausgaben:                     20,00

Einnahmen:                    00,00

Verwendungszweck:       ein antikes Fernrohr

 

Recherche:

Das Teleskop, das ich gestern gekauft habe, wurde hergestellt von einem Optiker namens Jesse Ramsden aus London.

Wikipedia klärt:

Jesse Ramsden (* 6. Oktober 1735 in Halifax in der Grafschaft Yorkshire; † 5. November 1800) war ein englischer Optiker und Hersteller mathematischer und optischer Instrumente.

Er lernte Kupferstecher, versuchte sich dann aber als Schwiegersohn des berühmten Optikers Dollond mit Glück in der Kunst, optische und astronomische Instrumente zu verbessern. Namentlich verdanken ihm der Theodolit, das Pyrometer, das zu Höhenmessungen bestimmte Barometer, Halleys Quadrant und Sextant wesentliche Verbesserungen; seine namhafteste Erfindung ist die Teilmaschine, beschrieben in Description of an engine for dividing mathematical instruments (London 1777). (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jesse_Ramsden)

Und dann noch:

Zu seinen vorzüglichsten Leistungen gehören seine Fernrohre und Mauerquadranten.

Cool.

Das Fernrohr ist sozusagen ein Markengerät! Und ca. 200 Jahre alt.

Interessant dabei:

Das Fernrohr hat 5 Linsen und hat 3 ausziehbare Segmente (plus einen Mahagoni-Korpus) und ist wohl nach damaligen Maßstäben ein Präzisionsgerät gewesen. Richtig scharf erkennen konnte ich allerdings gerade noch die drei Schafe hinter unserem Haus (siehe Blogeintrag Soziale Gruppe) – in ca. 1km Entfernung.

Es scheint, als habe sich in der Optik in den letzten 200 Jahren so einiges getan.

Ich sollte doch das Potenzial von Flohmärkten einmal ausloten. Das Teleskop wird dem Millionenprojekt einverleibt. Was das wohl wert ist?

Das bedarf genauerer Recherche.

Nur: Was schenke ich jetzt Bax zum Geburtstag?

Ich hab ja noch Zeit bis zum Samstag…


Fernrohr

Kontostand:                  -1228,68

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:       –

Am Wochenende der nächste Kindergeburtstag.

Bax wünscht sich ein Fernrohr. Ein Piratenfernrohr.

Aber woher?

Orell hatte die Idee, auf den wöchentlichen Flohmarkt zu gehen, da gibt es reihenweise Stände, die Ferngläser, Fernrohre und auch Fotoobjektive verkaufen. Mit Schaudern dachte ich an das vorletzte Wochenende zurück, an den Flohmarkt der Wahnsinnigen.

Orell meinte, der Flohmarkt unter der Woche sei etwas gemäßigter – und vielleicht finden wir ja ein Fotoobjektiv. Das war natürlich ein Anreiz für mich als frisch gepackenen Profifotografen.

Am Flohmarkt gab es dann zwar kein Objektiv (zumindest kein brauchbares), aber hunderte, nein tausende von Ferngläsern. 10€ das Stück. Produziert wahrscheinlich von kleinen Kinderhänden in einem Ausbeuterland.

Nur ein Stand hatte „echte“ Fernrohre. Teleskopfernrohre.

Orell entdeckte da tatsächlich ein Piratenfernrohr, das zwar 20€ kostete, dafür aber eben echt war.


nur noch konkret reden

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:       –

 

Ich merke gerade, dass ich schon mitten in der Biografie bin und gehe wohl besser einen Schritt zurück.

In der Biografie sollen Dinge eingesetzt werden, die meiner Figur gut zu Gesicht stehen. Es müssen die erforderlichen Stärken für mein Vorhaben sein, jedoch auch dazu passende Schwächen. Davon allerdings nicht zu viele. Alles andere wird weggelassen, es müssen nicht alle Facetten der Persönlichkeit bis ins Detail erläutert werden. Schließlich geht es hier nicht um ein Geständnis, sondern um eine Biografie, die hilft, das gesetzte Ziel zu erreichen.

Die Biografie setzt sich zusammen aus externen Faktoren und internen Faktoren. Zu den äußeren Faktoren zählt das Alter (ich werde im Frühling 40. Vierzig Oh Mann!), die berufliche Ausbildung sowie berufliche Meilensteine.

Die internen Faktoren sind die Triebfedern des Handelns. Ziele, Träume, Wünsche, aber auch Prüfungen, vor die man gestellt wurde, Entscheidungen, die man getroffen hat und Herausforderungen, mit denen man im Leben konfrontiert wurde. Man sollte jedoch nicht alles davon in die Biografie aufnehmen, sondern wiederum lediglich einen kleinen Teil zeigen, der das Vorhaben voran bringt.

Schließlich fügt sich aus der Biografie alles wie in einem Puzzle mit vielen kleinen Teilen zusammen, und auf dem Bild, das entsteht, wird die Überaufgabe sichtbar. Aus dem Puzzle werden nun wieder diejenigen Teile weggenommen, die ablenken und nicht direkt dazu dienen, die Überaufgabe zu schärfen. Was übrig bleibt, sind wenige Fakten, die in ihrer Prägnanz die volle Wirkung entfalten. Aus diesen Fakten muss unbedingt ersichtlich sein, dass meine Figur die Fähigkeiten und Fertigkeiten hat, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Nach längerer Überlegung und einigen Tassen Kaffee komme ich zu folgendem Ergebnis:

Critical Math (Name von der Red. Geändert) ist ein Macher durch und durch – getrieben von Neugier und Kreativität, unterstützt von Ausdauer und Selbstdisziplin.

Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und eingschlägiger Promotion zeichnete er sich durch zahlreiche Veröffentlichungen aus, in denen er die Grundfragen der menschlichen Existenz anhand der Gothic Fiction behandelt.

Dem Allrounder hilft dabei seine einnehmende Art, die ihm von allen Seiten Respekt einbringt. „Seine Analysen sind hart in der Sache, dabei aber immer Fair.“ Die nötige Härte trainierte er sich beim Karate an. Seine sportliche Karriere beim gab er jedoch zu Gunsten seines beruflichen Erfolges auf.

Ob dies jedoch im Sinne des Erfinders ist, bin ich mir nicht so sicher. Betont es tatsächlich die Authentizität der Person?

Kurze Recherche zum aufgemotzten Lebenslauf:

Es scheint, als pflegten einige Personen des öffentlichen Interesses einen äußerst kreativen Umgang mit der Wahrheit. So manche Vita lässt sich bei näherem Hinsehen als aufpoliert enttarnen. So werden schnell aus ein paar Praktika „Berufliche Stationen in Frankfurt und New York“ oder eine Tätigkeit als „Freier Journalist“ bei einer renommierten Tageszeitung. Was ist mit letzterem gemeint? Wahrscheinlich Kaffeekochen und Brotzeitholen.

Natürlich sind solche  Beschönigungen im Lebenslauf nicht illegal. Und wahrscheinlich sogar häufiger als man als anständiger Mensch vermuten möchte. Ob sie jedoch zweckdienlich sind, sobald sie einmal enttarnt sind, sei dahin gestellt.

Immerhin lassen sie eindeutigere Rückschlüsse auf den Charakter einer Person zu als dies der „echte“ Lebenslauf je tun könnte.

Also: Weg mit den Übertreibungen im Lebenslauf!

Peter Fox bringt’s auf den Punkt:

Nur noch konkret reden, gib mir ein ja oder nein.
Schluss mit Larifari, ich lass all die alten Faxen sein.
Sollt ich je wieder kiffen, hau ich mir ’ne Axt ins Bein.
Ich will nie mehr lügen, ich will jeden Satz auch so meinen.

Ich werde meine Presseabteilung (Isi) bitten, meine Biografie dahingehend noch einmal zu überarbeiten. Zum Glück sagt die Literatur, dass es Monate dauern kann, bis man den perfekten Auftritt gestaltet hat, bei dem genau das gezeigt wird, was einen wirklich nach vorne bringt – und was die Figur authentisch und glaubhaft macht.

Ich habe also noch Zeit.


die Überaufgabe

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:       –

 

Eine authentische Biografie muss her, sowie das, was Gálvez als Überaufgabe beschreibt: Ein übergeordnetes Ziel, auf das das komplette Handeln der Figur gerichtet ist – die treibende Kraft meines Handelns.

Ha! Das sollte doch wohl leicht sein: Ganz klar ist meine Überaufgabe, eine Million Euro zu verdienen. Nicht mehr und nicht weniger. Was mir nicht ganz klar ist, ist, ob ich dieses Ziel tatsächlich so formulieren soll und die Menschen in meiner Umgebung spüren lassen soll. Scheint mir nicht so erstrebenswert auf den ersten Blick. Aber ich glaube, ich zäume das Pferd schon wieder von hinten auf. Zunächst zur Biografie. Da hab ich ja einiges zu bieten.

Die Biografie soll ein kurzer Text, der eine Seite nicht überschreiten soll. Ausdünnen ist hier wohl gefragt, ich verwende nur Material, das mich in ein möglichst positives Licht rückt. Und außerdem zu meiner Überaufgabe passt. Also doch die Überaufgabe zuerst?

Mal sehn, ich halte also fest: Ich will 1 Million Euro haben.

Während des Erarbeitens der Biografie kann es sein, dass man neben dem Primärziel noch auf tiefer gehende Motive stößt, die der eigentliche, unbewusste Motor für das Primärziel sind. Es stellt sich die Frage: Warum will ich unbedingt eine Million Euro haben?

Na, die Frage habe ich ja schon ganz am Anfang des Projekts geklärt:  Ich will 1 Million Euro verdienen, weil ich wissen will, ob ich es kann.

Es ist ein Spiel.

Kurz nachgeschlagen, was Wikipedia zum Thema „Spiel“ sagt:

Das Spiel (v. althochdt.: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird.

Das passt doch zu meiner Biografie.

Ich habe Spaß am Lernen und mache gerne Dinge, ohne einen bestimmten Zweck zu verfolgen. Ich fange etwas Neues an, nur um zu sehen, wie weit ich damit kommen kann.


kreativ sein.

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                            00,00

Verwendungszweck:       –

 

Ich beschließe, Galvez’ Rat zu folgen und die nächsten Wochen fleißig an meinem High Concept und meiner damit verbundenen Credibility zu feilen.

 

 

 

 

Ich muss kreativ sein.

Ich muss.

Ich muss

Ich muss.

Kreativ.

Sein.

 

Verzweiflung.


Vampirismus und Parapsychologie

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:       –

So, heute hat die Sekretärin des Käufers meiner Bilder angerufen, Herr Schubert, er will mich kennen lernen. Demnächst werden wir einen Termin vereinbaren.

Die Gretchenfrage: Was soll ich anziehen?

Oder allgemeiner: Wie soll ich mich präsentieren?

Werde mich mal mit Isi, Mia und Orell besprechen. Vielleicht hat Lukas ja auch noch eine Idee.

 

In der Zwischenzeit lese ich weiter in Galvez‘ Buch.

Entsprechend den Kapiteln „strategische Selbstinszenierung“ und „Die Tools aus Hollywood“ beginne ich, meine neue, erfolgreiche Persönlichkeit, die Figur, die ich von nun an darstellen will, zu entwickeln. Dies geschieht in mehreren Schritten.

Gálvez empfiehlt, sich ein so genanntes High Concept zu suchen, ein übergeordnetes Thema, das meine Persönlichkeit interessant macht und gleichzeitig zu mir passt, d.h. authentisch ist. Es sollen ein oder zwei Sätze sein, die kurz und prägnant die entscheidenden Fragen beantworten: Wer bin ich? und was mache ich?

Die Antwort soll einen anhaltenden positiven Effekt beim Zuhörer erzielen (und möglichst unterhaltsam sein) und somit den Grundstein des Erfolges legen.

Das ist einfach. Als Literaturwissenschaftler bin ich ja bestens vertraut mit Figurencharakterisierung.

Also los.

Das High Concept soll vier Kriterien erfüllen: Es muss einen starken Titel haben, einen massenkompatiblen Stoff bieten, es soll außerdem die Notwendigkeit zum Handeln mit sich bringen und es muss einzigartig sein. Außerdem muss das ganze auf eine Karteikarte passen.

Die gute Nachricht ist, dass Gálvez schreibt, dass man ständig am High Concept arbeiten muss und es sich auch ändern kann, bzw. sogar soll – bis es schließlich perfekt ist. Mein erster Erfolg:

Ich bin Doktor für Vampirismus und Parapsychologie. Ich analysiere, was den Menschen Angst macht und erkläre, warum es ihnen Angst macht – anhand von Horrorliteratur.

Daraus lassen sich witzige Party-Gespräche entwickeln. Da ich weiß, dass der Anblick klaffender Wunden ist für die meisten Menschen schwer zu ertragen ist, kann ich mir gut vorstellen, wie ein Gespräch darüber am kalten Buffet einer Party verläuft. Hinweise auf Augapfelsuppe und eitrige Pestbeulen würden mir bestimmt die Sympathie und Bewunderung der Partygäste sichern. Oft haben die Betroffenen gleichzeitig eine panische Angst vor Spritzen und ärztlichen Eingriffen aller Art. Als alter Hypochonder fallen mir da auf Anhieb einige witzige Anekdoten ein. Andererseits soll das ganze allerdings unterhalten und positiv auf das Gegenüber wirken, also sollte ich dieses High Concept wohl besser noch einmal überdenken.

Wenn ich als Fotograf auftreten will und meine Bilder hochpreisig an den Mann bringen will, ist diese Art von High Concept wohl auch eher kontraproduktiv…


Rost, Rost, Rost.

Kontostand:                  -1228,68

Ausgaben:                     340,00

Einnahmen:                  1660,00

Verwendungszweck:       Fotos auf Leinwand, 60x90cm

Hurrraaaaa!!!

Der erste Erfolg!!!

2000 Euro Einnahmen!!!

Ich habe tatsächlich einige meiner Zombie-Bilder verkauft!!!

Okay, zurück zum Anfang und dann der Reihe nach:

Isi war gestern auf irgendeinem enorm wichtigen Vortrag (ich gestehe: Worum es genau ging, hab ich mir nicht gemerkt. Isi sagt: Typisch!). In der Pause: Smalltalk, übliches Geplänkel. Dann ging’s um Musik (Isi als Fender-Bass-Girl) und schließlich um Kunst. Jemand meinte, dass er für seine Firma noch auf der Suche sei nach originellen Bildern eines lokalen Künstlers – und Isi zog das Ipad heraus und zeigte ihm die Bilder, die ich für mein Projekt gemacht habe.

Am Ende: Er kauft 10 Bilder und zahlt dafür 2000 Euro.

Der Fotoladen meines Vertrauens druckt die Bilder für 340 Euro auf Leinwand im Format 60x90cm.

Hier noch ein paar der Favoriten:

 

Das letzte Bild ist eine Plakette, die ich auf dem Russischen Container fand: Isi meint, nachdem ich den Container so oft fotografiert habe, sei ich bestimmt radioaktiv verstrahlt. Sie vermutet illegal entsorgten Müll aus Tschernobyl.

Und dann noch das – sieht zwar very 90s aus, aber hat wohl einen nostalgischen Nerv getroffen.

Alles mit der Option, weitere Bilder zu kaufen 🙂

Zusatz: Außerdem noch 5€ bei der Aktion Mensch Lotterie gewonnen 🙂


soziale Gruppe

Kontostand:                  -2888,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:       –

 

Orell schüttet sich Zucker in seinen Kaffee. Keine Milch. „Ich gewöhne mir gerade an, den Kaffee schwarz zu trinken“, sagt er, „das wirkt cooler. Aber ohne Milch schmeckt er mir nicht, deshalb nehme ich Zucker.“ Acht gehäufte Löffel.

„Du brauchst also Referenzsysteme zusätzlich zu Karate, Rockmusik und Literatur. Wenn du eine Million Euro verdienen willst, dann wäre das am besten etwas Wirtschaftliches. Es geht schließlich um eine Menge Geld. Außerdem bist du zu emotional und solltest deshalb noch ein rationales Referenzsystem finden, das die Balance hält zu deiner Irrationalität: Du brauchst etwas Kognitives, Logisches und Analytisches. Schließlich brauchst du noch ein Referenzsystem, das Frauen anspricht. Du hast eine viel zu maskuline Sicht.“

Sagt der Mann, der sich nur alle paar Tage rasiert und sich angewöhnen will, den Kaffee schwarz zu trinken.

Isi kommt herein: „Hallo Orell, bist du jetzt auch eines von Christians Referenzsystemen?“ Orell schenkt ihr Kaffee ein. Sie trinkt ihn ohne Milch und Zucker. Ich werfe Orell einen Blick zu, von dem ich hoffe, dass er ihn als verächtlichen erkennt. „Willkommen im Club.“

Der Begriff Soziale Gruppe bezeichnet eine Sammlung von mindestens drei Personen. Der Begriff „soziale Gruppe“ grenzt sich damit, was die Dreizahl der Mitglieder angeht, von der Zweierbeziehung (Dyade) ab. Nach der soziologischen Definition müssen die Gruppenmitglieder in einer unmittelbaren Beziehung zueinander stehen. Jedes Mitglied muss sich dabei der anderen Mitglieder bewusst sein. Zwischen den Mitgliedern muss eine Interaktion möglich sein. In der Regel kristallisieren sich innerhalb kurzer Zeit in den Gruppen einzelne Positionen heraus, die von einzelnen Gruppenmitgliedern eingenommen und unterschiedlich ausgefüllt werden oder aber von den anderen Gruppenmitgliedern einem Individuum zugesprochen werden. Mit den meisten Rollen identifizieren sich einzelne Gruppenmitglieder bewusst oder unbewusst, zugesprochene Rollen werden von ihnen akzeptiert oder aber abgelehnt. Man kann sagen, dass die Rollenübernahme und -zuschreibung sozial ausgehandelt wird.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe)

Die Frage nach meinen Referenzsystemen wäre wohl bis auf weiteres geklärt.