Re: Danziger Goldwasser

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Cool. Alex hat geschrieben, ich solle es doch mal mit Danziger Goldwasser versuchen. Wikipedia klärt auf, was das für ein Teufelszeug ist:

Aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Destillation nahm im 17. Jahrhundert die Produktion von Alkoholika auf Basis von Kräutern und Gewürzen zu. Gelegentlich wurden diesen Alkoholika auch Gold– und Silberblättchen zugegeben – möglicherweise um (entsprechend den Ansichten der damals sehr modernen alchemistischen Medizin) die Heilwirkung der Kräuterextrakte zu verstärken, vielleicht aber auch, um Reichtum zu demonstrieren. Auf diese Historie ist das Danziger Goldwasser zurückzuführen, das u.a. Destillate von Kardamom, Koriander, Zitronen– und Pomeranzenschalen, Wacholderbeeren, Kümmel, Lavendel, Zimt, Selleriesamen und Macis enthält.

Der klare und würzig süße Likör, in dem kleine Blattgoldflocken schwimmen, hat einen Alkoholgehalt von 40 % Vol. (http://de.wikipedia.org/wiki/Danziger_Goldwasser)

Und so sieht’s aus:

Foto: Markbenecke

Das Zeug ist auf alle Fälle kreativitätsfördernd, so viel steht fest.

Wahrscheinlich macht es auch blind.

Das wäre dann für einen Fotografen wiederum schlecht…

Isi meint: Ich solle das mit der „anderen“ Kunst aufgeben und lieber beim Fotografieren bleiben.

Orell sieht das auch so.

Fun Fact: Kunst vs. Fotografie – Kunst (vor allem Malerei) ist Kunst, Fotografieren ist sozialer Ritus. Es geht nicht darum, etwas zu produzieren, sondern etwas zu tun. Und etwas zu haben. Eine möglichst große Kamera. Tausende von Bildern, die auf der Festplatte verstauben.

Susan Sontag hat da interessante Ansätze in ihrer Essay-Sammlung On Photography (1973-77). Michael Netsch wiederum fasst in seinem Aufsatz Susan Sontag: Photocritic Sontags Konzept zusammen.

Susan Sontags Werk On Photography wird gemeinhin als eines der einflussreichsten Werke zum Thema Fotografie bezeichnet. Sontag konstruiert hier eine Welt, die durch die Flut an Fotografien, die im Umlauf sind, eine Ethik des Sehens entwickelt. Das heißt, fotografische Bilder lehren uns einen visuellen Code: Was ist es wert angeschaut zu werden. Natürlich Dokumente einer vergangenen Realität: einer, die sich der Fotograf angeeignet hat. […] Allgemein glaubt man von Fotos, dass man auf einem fotografierten Bild genau das zu sehen bekommt, was man auch gesehen hätte, wenn man zu jenem Zeitpunkt an demselben Fleck wie der Fotograf gestanden hätte. http://www-copas.uni-regensburg.de/articles/issue_6/Michael_Netsch.php

Der letzte Punkt ist es, was Fotografie von Kunst im herkömmlichen Sinn unterscheidet: Wenn ich am gleichen Ort gewesen wäre, hätte ich das gleiche fotografiert – wenn ich am gleichen Ort wie Van Gogh gewesen wäre, hätte ich allerdings immer noch nicht das gleiche malen können.


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