Jet Lag

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Verwendungszweck:       –

Gestern noch auf der Geburtstagsfeier von STK gewesen. Er hatte ein Café, bzw. einen Laden für Vintage-Möbel angemietet: Jet Lag. Hier kann man nicht nur trinken, sondern auch skurrile Einrichtungsgegenstände aus den 70ern kaufen, überwiegend Stühle und Lampen.

Isi kam von der Toilette zurück und raunte mir zu: „Da musst du hin – nicht nur die Möbel sind vintage…“, also tat ich, wie befohlen.

Ich
nutzte die Gelegenheit für ein selbstportrait…

… und saugte mal kurz durch, bevor ich auf’s stille Örtchen ging (oder heißt das dann „ich sog durch“?)…

um die Blumen zu gießen,

und um einen kurzen Blick durch das Klofenster in den Hinterhof zu erhaschen,

bevor ich mich geografisch fortbildete.

Immerhin gab es hier nicht nur coole Lampen,

sondern auch einen Plattenspieler,

auf dem Disco Musik lief.

Die Leute waren sehr nett. Ich unterhielt mich mit einer geschiedenen Familienpsychologin mit zwei Kindern, einem Unternehmensberater, der in einer extrem großen – und gleichzeitig extrem unbekannten – Beraterfirma tätig ist und einem Musiklehrer, der auf Streichinstrumente – aller Art – spezialisiert ist (?).

Ich ging herum, fotografierte noch ein paar Lampen,

machte Selbstporträts

und unterhielt mich mit Leuten, die um eine Lavalampe saßen.

Als ich ein paar Gesprächfetzen auffing, in denen es um „richtige Dosierung“ und „stärkere Wirkung als normal“ ging, vermutete ich, dass es sich um Drogen handelte – darauf angesprochen wurde STK ziemlich sauer: „Wenn mir nur jemand Drogen geschenkt hätte – nein, Viagra haben sie mir mitgebracht.“ Er war wirklich wütend.

Was die Packung betrifft, sahen die Pillen wirklich echt aus (soweit ich das beurteilen kann, ich hatte bisher noch nie das Vergnügen): Bläschenfolie, Karton, alles wirkte sehr authentisch. Was uns allerdings etwas stutzig machte, war der romänische Beipackzettel. Wer weiß, woraus die kleinen blauen Pillen wirklich gemacht sind…?

Kurze Recherche, suchbegriff „gefälschte Viagra“ bringt Seiten zu Tage wie Potenz-News („Viagra in der Originalverpackung enthält stets einen Beipackzettel in deutscher Sprache.“) und info.potenzpillen.org („Achten Sie darauf, dass die Blister Verpackungen original verschlossen und die Tabletten eingeschweißt sind.“) – aber auch Focus („Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die Zollbeamten 600 000 Viagra-Nachahmungen mit einem Handelswert von rund 6,6 Millionen Euro beschlagnahmt.“ – http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/viagra-zoll-beschlagnahmt-600-000-gefaelschte-potenzpillen_aid_356906.html).

Mit gefälschten Potenzpillen lässt sich eine Menge Kohle machen. Im Gegensatz zu Vintage-Möbeln.

Wir sollten die Rahmenbedingungen für die Mission 1 Million doch noch einmal überdenken. Oder auch nicht.


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