Monatsarchiv: Februar 2012

Aufzug nach oben

Ein bemerkenswerter Tag.

War in Salzburg, die S-Bahn war stecken geblieben, deshalb surfte ich gelangweilt im Internet.

Mails gecheckt, nichts besonderes.

Kinder hatten Steine auf die Geleise gelegt, die Bahnpolizei überprüfte gerade, wie viele es waren.

Langeweile.

Zufällig in den Spam-Ordner geschaut: Wer hat den Leuten im Internet erzählt, dass ich Potenzprobleme habe? Und wieso bieten sie mir Nacktfotos von meiner Nachbarin an. Meine Nachbarin ist 80. Sowas will ich nicht sehen.

Zwischen Viagra und Porno-Werbung also eine unscheinbare Mail: Bechstein – Fotografien.

Die Mail war von dem Spediteur, er lud mich zum Mittagessen ein – heute, 12:30. Salzburg.

Es war 11:15 und ich steckte in der S-Bahn in die falsche Richtung.

Als um 11:30 der Zug wieder anrollte, beschloss ich, dass die Zeit zu knapp war, um nach Hause zu fahren und mich umzuziehen.

Also ein Geschäftsessen in Jeans und Lederjacke. Künstler dürfen so was.

Der Page am Aufzug schaute ein bisschen komisch, brachte mich jedoch kommentarlos nach oben und wies mir den Weg zum Wintergarten der Dachterrasse. Bechstein saß direkt am Fenster, las Zeitung und ignoriere die fantastische Aussicht mit der Gewohnheit dessen, der öfter an solchen Orten sitzt.

„Danke für die Einladung, Herr Bechstein,“ sagte ich anständig. „Nennen sie mich Art“ meinte er. „Englisch für Kunst?“ fragte ich, „Kurz für Arthur“ sagte er.

Ich war nervös und trank mehr, als ich aß während Art sorgfältig seinen Hummer zerlegte.

Er fragte mich nach meinen weiteren Plänen.

Überwältigt vom Moment antwortete ich: Der Frühling kommt, und ich stehe in der Lobby dieses riesigen Hotels vor einer Reihe von Aufzügen, vor denen 35 Affen in rot-goldenen Pagenuniformen stehen, die darauf warten, mich nach oben zu bringen, immer weiter, vorbei an den Suiten von Königen, Millionären, Spionen und Stars, bis hin zur Landeplattform eines Zeppelins, der lose vertäut, im Frühlingswind tanzt. Auf dem Weg nach oben werde ich viele Bilder machen, laute Musik hören und zu oft über Limetten auf dem Boden leerer Cuba Libre Gläser meditieren.

Tatsächlich sagte ich: Ich werde versuchen, den Sommer in Zeitlupe zu verbringen. Im Herbst tauche ich dann wieder ein in die zynische Welt der Realität.

Keine überragende Perspektive, meinte er, langfristig gesehen.


Bilder in der Bibliothek

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Fahre morgen nach Salzburg, ein neues Objektiv kaufen:

Es gibt Weitwinkel-Menschen und Zoom-Menschen. Ich bin ein Zoom Mensch, ich muss nah ran an die Dinge. Mittendrin statt nur dabei. Dann sind meine Fotos am besten.

Also: Ein 70-300mm Zoom ist das Objektiv der Wahl.

Außerdem: Heute sind die restlichen Bilder gekommen – die Bibliothek ist jetzt auch voll.

Plan für die Ausstellungen:

23. März eine kleine Privatausstellung mit Vernissage, Untermalungsmusik macht das Duo, das auch schon auf unserem Sommerfest gespielt hat.

Im Mai dann Ausstellung zum Jubiläum an Isis Firma.

Und Herr Schubert will auch noch mal die Bilder sehen.

Von Herrn Bechstein habe ich noch nichts gehört.


ein neues Leben

Kontostand:                 -1645,26

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Verwendungszweck:

Hier ein interessanter Artikel, in dem sich die Autorin mit dem Thema Vita für Fotografen befasst:

http://www.bildwerk3.de/2008/03/03/niemand-engagiert-einen-loser-funf-regeln-fur-die-fotografen-vita/

außerdem gibt es noch Informationen dazu auf http://froknowsphoto.com/

Die Profis scheinen sich einig: Der Lebenslauf soll zwar interessante Rahmendaten beinhalten, Unwichtiges jedoch nicht aufführen (was wichtig und was unwichtig ist hängt natürlich von der Zielgruppe ab, die den Lebenslauf liest und von der Absicht, mit der man den Lebenslauf schreibt).

In meinem Fall heißt das konkret:

1. Ich biete ausgewählte Fakten zu meinem Leben – Hintergrundwisse, das meine Bilder leichter bewerten lässt.

2. Ich erkläre, warum ich fotografiere – und zwar kurz und prägnant.

Die Kürze der Vita hängt dabei von folgendem ab:

1. ich muss mich nirgends bewerben, da ich finanziell – mehr oder weniger – unabhängig bin

2. meine Zielgruppe ist – meinen Bildern entsprechend – nicht konservativ

3. der Text soll kurz sein – wer wirklich interessiert ist, kann in einem persönlichen Gespräch mehr über mich erfahren

Aufgeblähte Lebensläufe („geguttenbergte“ Lebensläufe), wie sie in den Erfolgsratgebern propagiert werden, lehne ich grundweg ab: Ich muss nichts übertrieben darstellen, ich muss nicht lügen, ich bin authentisch. alles andere geht – früher oder später – schief. Und wirkt ist lächerlich.

Ich bin kein Blender.

Hier also die vorläufige Version

Evolution: langsame, bruchlos fortschreitende Entwicklung (Duden)
Ich wurde Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrtausends geboren, als Mode bunt war, Fernsehen schwarz-weiß und Telefone noch Spiralkabeln hatten.
Die 80er verbrachte ich vor dem Fernseher, was mir aber nicht geschadet hat, sondern eher meine visuellen Fähigkeiten schulte.
Ich trinke zu viel Kaffee, mag laute Musik und schaffe Pac Man bis Level 58. Außerdem habe ich über amerikanische Horror-Literatur promoviert.
Ich habe ein Gedächtnis wie ein Elefant: in meinem Kopf sind unzählige Bilder gespeichert, Geräusche, Gerüche und Gefühle. Momentaufnahmen.
Meine Fotos zeigen anderen die Welt so, wie ich sie erlebe.

Star Wars, mal wieder

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Auf dem Flohmarkt gefunden: Anakins Y-Wing Star Fighter. 20€.

Gleich mit den Kindern zusammen gebaut.

Erst danach entdeckt: Das Teil kostet neu 130€.

Misto.

Ich bin absolut kein Geschäftsmann.

Merke: Erst recherchieren, dann handeln (zusammen bauen).


Sonnenaufgang

Kontostand:                 -1645,26

Ausgaben:                    00,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:

 

Ui. Sonnenaufgang.

Man kann an Gott glauben oder nicht – aber wie er jeden Morgen wieder diesen Sonnenaufgang hinkriegt, das hat schon was.


Postsendung

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Ausgaben:                    25,00

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Verwendungszweck:  Einladungen zur Vernissage verschickt

50 Einladungen verschickt, also nochmal 25€ Ausgaben.


ein Königreich für einen Akkuschrauber

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Verwendungszweck:

Aufhängesystem an die Bilder angeschraubt: 35 Bilder mittlerweile. 70 Schrauben. Nach 3 Schrauben von Lukas einen Akkuschrauber ausgeliehen.

Wie kann man Ikea-Regale ohne Akkuschrauber zusammenbasteln?!?