Monatsarchiv: Februar 2012

Kunst vs. Kommerz

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Morgen Gespräch mit einem potenziellen Förderer.
Was ziehe ich an, wie präsentiere ich mich?
Beratung mit Prell, Mia, Isi und Syl:

Option 1: Ich bin ein Künstler. Ich ziehe meine immer-drauf-Leserjacke an, lass meinen Drei-Tafel-Bart stehen, ziehe meine Doc Martens aus den 90ern an und bin authentisch.

Option 2: ich präsentiere mich als reinen Geschäftsmann, im Maßanzug, Seidenhemd und Krawatte, bestehe auf meinen Doktortitel bei der Anmeldung.

Die erste Option scheidet aus. Wer will schon einem „Künstler“ eine größere Summe Geld anvertrauen? Künstler sind geistig labil, nehmen Drogen (und schneiden sich dabei schon mal selbst ein Ohr ab), sind realitätsfremd, naiv, launisch und generell unberechenbar. Hier beherrscht das Klischee von Genie und Wahnsinn das landläufige Bild vom „Künstler“.
Der Künstler weiß generell nicht so recht, was er tut, außer es handelt sich um das eigene Schaffen – und nicht einmal dann ist das sicher.

Die zweite Option: ich habe – ehrlich gesagt – die Nase ein wenig voll vom „Business“. Hier geht es ausschließlich ums Geld, was nicht vermarktbar erscheint, wird ignoriert. Kann man den Leuten im Business nicht übel nehmen, they’re in it for the money. Keine Vision, keine Emotion – aber in sich doch wieder eine geschlossene Authentizität, mit der ich eigentlich nichts zu tun habe will.

Ich setze auf einen Kompromiss (=das Klischee von der goldenen Mitte): abgetragene aber saubere Jeans, dazu handgemachte schwarze Schuhe (an den Schuhen erkennt man als erstes, ob jemand auf sein Äußeres achtet), dazu ein sauberes Hemd, das ich lässig aus der Hose hängen lasse, meine Lieblingsuhr (Tag Heuer Formula 1: ich erinnere mic a. Die Werbung mit Brad Pitt, what are you made of? Ich bin Brad Pitt!) und meinen schwarzen Ring, den ich mittlerweile als Glücksbringer betrachte.
In meinem Geldbeutel: der 500€ Schein, der mir versichert, ich bin nicht auf das Geld eines Förderers angewiesen.


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Einladungen zur Vernissage/Ausstellung gedruckt. Farbiges Titelbild, im Querformat, so dass es in ein Fensterkuvert passt.

Das Titelbild zeigt den Wegweiser zum örtlichen Freibad: nach dem Sommer, wenn das Freibad schließt, wird aus unerfindlichen Gründen das Schild aus dem Rahmen genommen – so als würde das Freibad nicht mehr existieren! Der Mensch erschafft sich seine Geografie. Was nicht benötigt wird, wird ausgeblendet.
Das leere Schild ist symptomatisch für unsere Stadt: Wir wollen in eine Richtung, wir wollen dort hin, mit aller Kraft, es werden wichtige Entscheidungen getroffen, Pläne geschmiedet, Berge versetzt, das Meer geteilt, Pyramiden gebaut – aber wozu, mit welchem Ziel, mit welchem Inhalt, das weiß niemand.
Und es interessiert auch niemanden: (kein Titel)


warm und trocken lagern

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Noch mehr Leinwände gekommen.
Lagert man Fotoleinwände so, dass die Farbe konserviert bleibt?
Ich würde mal sagen: warm und trocken.
Im Keller (Proberaum, Fitnessraum, Sauna) liegt die Luftfeuchtigkeit bei 75% (wegen der Musikinstrumente), bei 60% weil nach dem Sport immer brav gelüftet wird (=trockene, kalte Winterluft) und bei 80% (feuchte, warme Luft nach dem Saunagang). Insgesamt also wenig ideal für Fotoleinwände…
Also: Ausgelagert in die Bibliothek.


Fitness-Kunst

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Die ersten Leinwände sind heute gekommen. Momentan sind sie im Fitnessraum gelagert:


analyse this, Dr. Freud…


Rückfrage

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So, heute nochmal eine Telefonaktion gestartet und gefragt, ob die E-Mails schon angekommen sind – bei diesem Internet heutzutage kann man sich da ja nie so sicher sein 😉

Valentinstag verpennt.

Misto.

Was soll’s, ist ja auch nur ein von der Blumenindustrie eingeführter Feiertag zur Umsatzsteigerung.

Nicht mit mir.

Bin ich dagegen.


Gesprächsvorbereitungen

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Heute nochmal recherchiert, wie man aus einem „Bewerbungsgespräch“ das Beste rausholt.

Morgen ist Valentinstag. Muss noch Blumen für Isi besorgen.


Neulich am Computer

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So, freundliche E-Mails geschrieben.

Bin mal gespannt auf Antworten.

Don’t call us – we call you ist immer ein schlechtes Zeichen. Und bei E-Mails kann man sich immer auf den Spam-Ordner berufen…


kleckern oder klotzen?

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So, bin immer noch beim Fund Raisen, d.h. bei der Suche nach Sponsoren für die Ausstellung.

Wie macht man das?

Zunächst einmal ruft man beim potentiellen Sponsor an, lässt sich die E-Mail des PR/Marketing-Beauftragten geben und trägt dann schriftlich sein Anliegen vor. Hier: Förderung eines lokalen Künstlers. Es scheint so, als müsse man bei der Höhe des zu subventionierenden Betrags pädagogisch vorgehen: zu wenig ist lächerlich, zu viel ist habgierig. Viel zu viel ist dann anscheinend schon wieder ernst zu nehmen. Mein Bruder drückt es so aus: „Der Teufel scheißt auf den größten Haufen“ – soll heißen, lieber klotzen bei den Forderungen statt kleckern und Unsummen fordern statt realen Preisen.

Da dies aber den Regeln des Millionenspiels wiederspricht, beschränke ich mich darauf, mein Vorhaben realistisch zu präsentieren und es dann dem potentiellen Geldgeber zu überlassen, wie viel er für mich ausgeben will.

Also:

1. Ich will zunächst etwa 2000€ an Geldern (OPM, Other People’s Money), damit sind die gröbsten Unkosten gedeckt.

2. Ich habe mich mit den Marketing-Leuten verschiedener Firmen verbinden lassen und ihnen mein Anliegen vorgetragen.

3. Ich habe die Email-Adressen dieser Leute. Heute geht ja gar nichts mehr ohne dieses Internet.


Ausstellungskatalog

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So, der Ausstellungskatalog ist fertig, ein Probeexemplar soll mir demnächst zugeschickt werden.