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Vampir

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Auftragsarbeiten zu erledigen ist schwieriger, als ich dachte: Bin immer noch auf der Suche nach einem sakralen/spirituellen/geistlichen Motiv für Bechsteins Freund.

Die neue Kamera ist sehr gut, aber etwas schwieriger zu bedienen als meine bisherige. Der Druckpunkt des Auslösers ist fast nicht vorhanden, so dass ich anfangs öfter versehentlich geknipst habe. Immerhin hat sie nette Features, wie z.B. benutzerdefinierte Einsellungen, zwei SD-Karten-Slots und die ISO-Werte lassen sich enorm hoch einstellen, ohne dass sich ein Bildrauschen bemerkbar macht. Damit lässt sich auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch vernünftig fotografieren.

Der Focus sitzt auch punktgenau, allerdings muss man besser aufpassen, was genau man focussiert, damit auch wirklich die Beabsichtigten Bildteile scharf werden – bei Porträts z.B. die Augen und nicht die Nasenspitze.

Meine alte Kamera war da etwas verzeihender 😉

 


„etwas mit Medien…“

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Neue Kamera ausprobiert. Habe mich mit Art Bechstein auf das erste von drei Fotos geeinigt. Es hat etwas mit Medien zu tun:

Habe den ganzen Vormittag damit verbracht, Bilder von der Überwachungskamera zu schießen. Die Kamera hab ich zufällig hinter der Tankstelle entdeckt, an der Hausmauer einer Spedition. Das Gelbe Gebäudedach im Hintergrund ist die Autowaschanlage. Ich knie gerade unter einer Schranke und fotografiere nach oben. Die Sonne steht noch tief am Himmel, so dass der Schatten direkt unter die Kamera fällt.

Habe das gleiche Motiv auch noch zu verschiedenen Tageszeiten, mit unterschiedlichem Schattenwurf der Kamera ausprobiert, doch die Version ohne Schatten funktioniert am besten. Auch der Himmel ist bis auf ein paar kleine federn links oben wolkenlos.

Die Kombination der Farben verleiht dem ganzen ein bisschen Miami Vice Ästhetik.

Passt perfekt in den Grafischen Realismus: Unwirkliche Farben, große Flächen und als zentraler Punkt eine fast schon unheimliche Überwachungskamera.

Art Bechstein war begeistern 🙂


eine Überraschung

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So, war heute nochmal bei Art Bechstein und hab folgendes bekommen:

Eine D7000 von Nikon: 16 Megapixel im DX-Format. Damit habe ich schon mal ein bisschen Pixelpufer für reprofähige Fotos.


eine neue Kamera

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So, neue Kamera und Objektive bestellt: Nikon D800 – Vollformat. Damit lassen sich auch großformatige Abzüge in sehr guter Qualität erstellen.

Das Problem: Die Kamera erscheint offiziell zwar am 22. März, wird wohl aber erst Mitte April an die Läden ausgeliefert. Und das auch nur in begrenzter Stückzahl.

Art Bechstein meinte aber, das sei nicht so schlimm. Ich solle mir passende Motive suchen, die ich – wenn möglich – mit einer besseren Kamera reproduzieren kann. Und er besorgt als Übergangslösung noch eine andere Kamera.

 


mehr Engel

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Noch ein paar Fotos von der Statue gemacht. Hochformat.

Lässt sich da wirklich was rausholen?

Ich muss mir meine Vorschläge für Bechstein gut überlegen, schließlich will ich mich ja nicht blamieren.

Als ich gerade am Boden kniete, Zoom voll ausgefahren und im Sucher Belichtung und Focus kontrollierte, merkte ich, wie sich jemand neben mich stellte. „Ich mach jetzt das Foto, alles andere kann warten“ dachte ich mir und zeigte mich unbeeindruckt.

Nachdem ich fertig war, sah ich auf und versuchte im Gegenlicht der Sonne auszumachen, wer mich da belästigt. „No, wos mochn’s do“ hörte ich einen starken österreichischen Akzent, „Sie fotografiern mein Privateigentum.“

Ich stand auf und sah mich einem untersetzten glatzköpfigen Mann im Anzug gegenüber.

„Keine Angst,“ versuchte ich zu beruhigen – denn die meisten Menschen haben tatsächlich Angst, wenn man ihr Privateigentum fotografiert – „ich fotografiere nur rostige Dinge und behaupte, es sei Kunst.“ Zum Beweis zeigte ich ihm auf dem Display meiner Kamera, was ich gerade fotografiert hatte. Er warf einen mikrosekundenlangen Blick auf den Bildschirm und meinte dann in abwertendem Ton: „No, donn mochn’s mal ruhig weiter. Der wahre Künstler ist nämlich do drinnen und erschafft gerade eine Skulptur.“ (insert: überhebliches Zupfen am Anzugaufschlag)

Da er offensichtlich auf eine Reaktion wartete, bot ich sie ihm: „Darf ich dem wahren Künstler vielleicht bei der Arbeit zusehen?“ – „No, genga’s rein, da können’s was lernen.“

Schon stand ich im Halbdunkeln zwischen Schmelzöfen und Alteisen und Gipsformen für Statuen. Der wahre Künstler stand daneben, begutachtete Metallmischungen und schaufelte dann aus verschiedenen Eimern verschiedenfarbige Späne herum.

Wie sich herausstellte, befand ich mich auf dem Gelände einer ehemaligen Eisengießerei. Nach der Jahrtausendwende wurde das Gebäude und alles Drum und dran zu einem Eventgelände umgestaltet, das sich aber nur zehn Jahre hielt. Vor ein paar Jahren dann hatte der Österreicher das ganze aufgekauft, die Eisengießerei reaktiviert und einen Künstler angestellt, der hier mit seinen Mitarbeitern Eisenskulpturen anfertigt.

Ich durfte nach herzenslust fotografieren, jedoch bat mich der Künstler, keine relevanten Fotos ins Internet zu stellen. Wir einigten uns auf ein unscharfes Bild, auf dem die Anonymität der abgebildeten Personen gewährt ist. Wenn es um Fotos geht, sind die Leute seltsam. Besonders Künstler.

 

 

 


auf der Suche nach Engeln

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habe ich heute gefunden. Mal sehn, ob sich daraus etwas machen lässt:


Ein Pakt mit dem Teufel?

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Also, die Geschichte mit Art Bechstein ging so weiter: Er machte mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.

Jedes Jahr im Frühling trifft er sich mit drei alten Schulfreunden auf einer Berghütte – wie sollte es anders sein – um der Guten Alten Zeit Willen (ich musste unweigerlich an Brokeback Mountain im letzen August denken). Diese Schulfreunde sind mittlerweile alle irgendwo in Deutschland in gehobenen Positionen tätig. Einer macht was mit Fernsehen (genauer wollte sich Bechstein nicht auslassen), der andere ist „Wirtschaftler“ (seine Worte) und der Dritte ist ein hoher Geistlicher.

Diesen drei Freunden will Bechstein Bilder schenken – von mir. Die Motive sollen jeweils zu den Personen passen (ohne, dass ich sie überhaupt kenne, das ist die Schwierigkeit) und sollen sich auf 150x100cm in guter Qualität drucken lassen.

Er bot mir an, eine qualitativ hochwertige Kameraausrüstung zur Verfügung zu stellen, wenn ich ihm drei gute Bilder liefere. Er hat drei Mal pro Bild das Recht, abzulehnen (wobei ich mich jedoch bei jedem Bild äußerst anstrengen sollte, das hat er mir unmissverständlich klar gemacht) und er erhält die Repro-Rechte der Bilder (mit Ausnahme dieses Blogs, in dem ich nicht-reprofähige Versionen veröffentlichen darf). Als Vorschuss erhalte ich die Kameraausrüstung sowie weitere Bezahlung nach Absprache und entsprechend der künstlerischen Qualität der Bilder.

Ich willigte ein und überlegte gleichzeitig, ob ich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte.

Wir werden es sehn.


Andreas Gursky

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Nochmal nachgelesen: Das teuerste Foto wurde von Andreas Gursky gemacht und ist hier zu finden: http://www.jeriko.de/2011/11/12/rhein-ii-von-andreas-gursky-das-teuerste-foto-der-welt/

 

Andreas Gursky (* 15. Januar 1955 in Leipzig) ist ein deutscher Fotograf. Die digitale Bildbearbeitung und das extreme Großformat sind neben der dezidierten Farbfotografie charakteristische Ausdrucksmittel. Andreas Gursky gilt als einer der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Fotografen.

Seine Fotografien erreichen auf dem internationalen Kunstmarkt Spitzenpreise. Die Fotografie Rhein II (1999) erzielte am 8. November 2011 bei Christie’s New York mit 4,3 Millionen Dollar (umgerechnet rund 3,19 Millionen Euro) einen Rekordwert, womit sie zur bislang teuersten Fotografie der Geschichte wurde.

Zuvor hatte schon die Fotografie 99 cent (2001) am 10. Mai 2006 bei Sotheby’s 2,26 Millionen Dollar erzielt. Am 16. November desselben Jahres hatte ein anonymer Bieter für das 99 Cent II-Diptychon bei einer Auktion von Phillips de Pury & Company in New York 2,48 Millionen Dollar bezahlt. Im Februar 2007 war schließlich der Preis für einen Abzug dieses Motivs auf 3,3 Mio. US-Dollar gestiegen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Gursky)

Klingt ja vielversprechend – in Anlehnung an Rhein II hab ich mit dem neuen Superzoom ein Foto namens Nebel II gemacht. Achtung: Ironie 😉

Braucht man dazu ein Superzoom?

Um mit einem Song von Deichkind zu sprechen:

Es tut mir Leid doch
ich muss leider gestehen
es gibt Dinge auf der Welt
die sind – leider geil.

Und wer pinkelt hier: Herr oder Hund?


SUPERZOOM!!

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Verwendungszweck: Superzoom 70-300mm

So, noch einen Monat Zeit, um die Mission 1 Million abzuschließen. Ich mach weiter mit der Kunst-Schiene – ist zwar nicht sehr aussichtsreich, dafür macht es aber Spaß 🙂

So, ich vergaß ganz zu erwähnen, dass ich mir gestern das neue Objektiv gekauft habe:

Und ich muss auch noch erzählen, wie die Geschichte mit Art Bechstein weiter ging…

 


Aufzug nach oben

Ein bemerkenswerter Tag.

War in Salzburg, die S-Bahn war stecken geblieben, deshalb surfte ich gelangweilt im Internet.

Mails gecheckt, nichts besonderes.

Kinder hatten Steine auf die Geleise gelegt, die Bahnpolizei überprüfte gerade, wie viele es waren.

Langeweile.

Zufällig in den Spam-Ordner geschaut: Wer hat den Leuten im Internet erzählt, dass ich Potenzprobleme habe? Und wieso bieten sie mir Nacktfotos von meiner Nachbarin an. Meine Nachbarin ist 80. Sowas will ich nicht sehen.

Zwischen Viagra und Porno-Werbung also eine unscheinbare Mail: Bechstein – Fotografien.

Die Mail war von dem Spediteur, er lud mich zum Mittagessen ein – heute, 12:30. Salzburg.

Es war 11:15 und ich steckte in der S-Bahn in die falsche Richtung.

Als um 11:30 der Zug wieder anrollte, beschloss ich, dass die Zeit zu knapp war, um nach Hause zu fahren und mich umzuziehen.

Also ein Geschäftsessen in Jeans und Lederjacke. Künstler dürfen so was.

Der Page am Aufzug schaute ein bisschen komisch, brachte mich jedoch kommentarlos nach oben und wies mir den Weg zum Wintergarten der Dachterrasse. Bechstein saß direkt am Fenster, las Zeitung und ignoriere die fantastische Aussicht mit der Gewohnheit dessen, der öfter an solchen Orten sitzt.

„Danke für die Einladung, Herr Bechstein,“ sagte ich anständig. „Nennen sie mich Art“ meinte er. „Englisch für Kunst?“ fragte ich, „Kurz für Arthur“ sagte er.

Ich war nervös und trank mehr, als ich aß während Art sorgfältig seinen Hummer zerlegte.

Er fragte mich nach meinen weiteren Plänen.

Überwältigt vom Moment antwortete ich: Der Frühling kommt, und ich stehe in der Lobby dieses riesigen Hotels vor einer Reihe von Aufzügen, vor denen 35 Affen in rot-goldenen Pagenuniformen stehen, die darauf warten, mich nach oben zu bringen, immer weiter, vorbei an den Suiten von Königen, Millionären, Spionen und Stars, bis hin zur Landeplattform eines Zeppelins, der lose vertäut, im Frühlingswind tanzt. Auf dem Weg nach oben werde ich viele Bilder machen, laute Musik hören und zu oft über Limetten auf dem Boden leerer Cuba Libre Gläser meditieren.

Tatsächlich sagte ich: Ich werde versuchen, den Sommer in Zeitlupe zu verbringen. Im Herbst tauche ich dann wieder ein in die zynische Welt der Realität.

Keine überragende Perspektive, meinte er, langfristig gesehen.