Schlagwort-Archive: Accessoires

Zeit-Geist

Kontostand:                  -1852,93

Ausgaben:                     400,00

Einnahmen:                            00,00

Verwendungszweck:       Tag Heuer Formula 1


Mit vollen Händen Geld ausgeben kann jeder, der es hat. Was jedoch Fingerspitzengefühl verlangt, ist, Geld nicht unbedingt für sinnvolle, dennoch aber für essenzielle Dinge auszugeben. Das ist eine Frage des guten Stils.

Und – so Gansterer – guten Stil vorweisen zu können ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg.

An dieser Stelle darf ich noch einmal kurz meine Herangehensweise an das Millionenprojekt in Erinnerung rufen: Ich hole Ratschläge von anderen ein, wie man am besten reich wird – und setze diese Ratschläge, dann in die Tat um.

Die Ratschläge erhalte ich von Freunden und Bekannten, aus dem Internet und aus sogenannten Erfolgs-Ratgebern, d.h. aus Büchern, in denen ein angeblich todsicherer Weg beschrieben wird, wie man es zu Reichtum und Erfolg bringt.

Die richtige Armbanduhr ist so eine Frage des guten Stils. Plastik-Bomber wie die Casio G-Shock sind zwar praktische Accessoires für Sport und Freizeit, aber eben auch nur dort. Genauso wie weiße Tennissocken (der Name verrät’s).

Schlammdichtigkeit einer G-Shock Mudman ist in einer wichtigen Besprechung wohl weniger gefragt, genauso wenig wie es sich empfiehlt, eine Pulsuhr mit Brustgurt zu tragen. Außer in der Besprechung geht es um Leben und Tod.

Die Uhr muss eine stilvolle Kombination aus Form und Funktion sein.

Also beschloss ich, eine solche Uhr zu kaufen.

Ich entschied mich für eine Uhr, die sowohl elegant, als auch sportlich ist: Sie soll alltagstauglich sein, aber auch zum Geschäftsanzug passen.

Bei der Wahl meines neuen Accessoires kam mir der Zufalle entgegen, in Form von Brad Pitt (er zeigt übrigens nur zufällig auf den Affen 😉 ):


Als ich gestern etwas ziellos in alten National Geographic blätterte, fiel mir eine Werbung auf der Rückseite der November-Ausgabe von 2005 auf: Auf einem Foto trägt Brad Pitt eine Uhr der schweizer Firma Tag Heuer. Der Slogan dazu lautet:

What are you made of?

Darunter:

Swiss Avant-Garde since 1860.

Nun finde ich Brad Pitt an sich schon extrem cool. Dass die Werbung in einem National Geographic Magazin ist, zeigt schon, dass es sich um Uhren für die härtere Gangart handelt. Abenteueruhren. Und wenn Brad Pitt schon fragt, woraus ich denn gemacht bin, dann antworte ich: Aus Stahl. Schweizer Avant-Garde passt auch ganz gut (siehe gestrigen Eintrag), verbindet man mit dem Begriff doch eine – eher künstlerische – Orientierung an der Idee des Fortschritts.

Eine Tag Heuer musste her. Eine Breitling wäre zu filigran, eine Rolex zu protzig und beide außerdem zu teuer. Die Schmerzgrenze zwischen einer Uhr und einer besonderen Uhr liegt bei ca. 1000€.

Da ich nicht so viel Geld habe, fuhr ich heute zum Uhrmacher meines Vertrauens. Als ich seinen Laden wieder verließ, hatte ich Tag Heuer Formula 1 von 2006 (gebraucht, sehr gut erhalten) mit Original-Schachtel und Original-Rechnung (1050€) dabei und musste Isi anrufen, dass ich gerade das Projektkonto mit weiteren 400€ belastet habe.

Von der Projektfront:

Jegliche Computerprogramme, die in der Medizin verwendet werden, müssen zunächst vom TÜV geprüt und für in Ordnung befunden werden: Unter anderem muss die Sicherheit der Daten gewährleistet sein, es sollen ja nicht einfach die Patientendaten des einen Patienten bei einem anderen auftauchen. Ebenso könnten Audio- und Video-Dateien, die als Diagnosehilfe oder als Referenz dienen von unzureichender Qualität sein und somit zu einer Fehldiagnose/Fehlbehandlung führen.

Solch ein TÜV-Zertifikat kostet übrigens ca. 15000€ und überschreitet leider mein Budget.

Dies ist übrigens einer der Gründe, warum man recherchieren (=lesen) sollte, bevor man sich an die „handwerkliche“ Arbeit macht 😉

 


Es kommt – auch – auf das Äußere an

Kontostand:                  -1049,92

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                    00,00

Verwendungszweck:       –

Es kommt nicht auf die äußeren Werte an, sondern auf die Inneren (und damit sind nicht Blutzucker und Cholesterin gemeint), lernt man uns von frühester Kindheit an.

Was ein erfolgreicher Mann von Welt sein will, bei dem ist beides wichtig: Man zieht sich sowohl für sich selbst gut an, als auch für andere. Wenn man weiß, dass man gut gekleidet ist, gibt das Selbstbewusstsein (andernfalls denkt man unbewusst immer an die zerschlissene Baumwollunterwäsche, die man gerade trägt und es ist einem – ob man will oder nicht – peinlich).

Andererseits soll man anderen seine Erscheinung so angenehm wie möglich machen: Nicht zu exaltiert, nicht zu lässig, sondern angemessen. Dazu gehört: guter Anzug, wenn die Gelegenheit stimmt, gute Schuhe etc.

Nun sagen manche, dass es einem selbst nichts ausmacht, wenn man in einem hässlichen Haus wohnt und zum Fenster herausschaut – im Umgang mit anderen Menschen jedoch hinkt der Vergleich. Man wird unweigerlich nach dem Äußeren beurteilt und beurteilt andere ebenfalls danach.

Das ist grundsätzlich auch für die Wissenschaft interessant.

Und so hat z.B. Prof. Dr. Ulrich Kühnen, der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, über das Thema „Ein maskulines Äußeres: Der einfache Weg zum Erfolg?“ referiert und untersucht, ob feminine und maskuline Gesichtszüge bei der Besetzung von Führungspositionen eine Rolle spielen (ja!) und ob feminine Typen diesen Nachteil durch maskulines Styling wettmachen können (auch ja!).

In keinem Zusammenhang dazu steht übrigens der Vortrag einer Kollegin Kühnens (Dr. Christel Stolz) zum Thema „Die Sprache der Eiszeit“. Damit sind keine maskulinen Umgangsformen gemeint.

Männer, so das gängige Vorurteil, kümmern sich wenig um ihr Äußeres. Wer das immer noch glaubt, der sollte sich einmal Magazine wie Men’s Health anschauen und nicht nur die Autobild. Auch die Männer (hört, hört!) haben mittlerweile erkannt, dass es durchaus von Vorteil ist, gut gekleidet zu sein – und gut zu riechen (hört, hört! Aber dazu ein anderes Mal): Sowohl im Beruf, als auch privat wirkt ein Mann definitiv positiver, wenn er gute Schuhe trägt, ein Hemd, das zum Anzug passt und außerdem in der Lage ist, einen einigermaßen ansehnlichen Krawattenknoten zu binden.

Dabei hat es – laut Gansterer – durchaus Vorteile, wenn man auf Qualität (=teuer!) setzt: Gutes/Teures pflegt man gerne, Schlechtes/Billiges gar nicht. Kein Mann von Welt putzt schlechte Schuhe gern, die guten aber schon. Eine solche Art von Qualitätssinn ist der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Mann von Welt. Der zweite ist, eine entsprechende Philosophie der Bekleidung und Accessoires zu entwickeln.

Dabei geht echte Qualität über die versprochene der Markennamen: Sie hilft dabei, ein eigenes Image zu entwickeln, statt sich eines vorgefertigten Images zu bedienen. Ich darf nur Werbung meiner selbst sein! Fakt ist hierbei allerdings, dass ein teurer Markenanzug besser sitzt als ein billiger Bild-C&A-Volksanzug für 79 Euro.

Grundsätzlich hat sich in der Kleidungswahl eine neue Freiheit durchgesetzt, jedoch nur in einem gewissen Rahmen: Wenn eine Veranstaltung Anzug verlangt, trägt man Anzug. Am Casual Friday trägt man keinen.

When in Rome, do as the Romans do.

Ich sollte bei Gelegenheit meine Garderobe erneuern.

Die alten Surf-Hemden und Shorts rauswerfen und neue Seidenhemden und Anzüge rein.

Andererseits: Ich rücke die alten Surfhemden lieber in eine Ecke des Kleiderschranks und behalte sie.

Immer noch einer meiner Favoriten: Ein T-Shirt vom Superrock-Festival 1990 in Mannheim. Mit Whitesnake, Aerosmith, Mötley Crüe, Poison, Vixen und Dio.

Großartig.

Immer noch.

Nur: Zu Geschäftsterminen weniger zu gebrauchen.

Also: Zweigeteilter Kleiderschrank!

Quellen: http://www.hausderwissenschaft.de/Ein_maskulines_Aeusseres.shtml; Gansterer, Der Neue Mann von Welt