Schlagwort-Archive: Anzug

Drinnen ist es kühler

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29°C und 64% Luftfeuchtigkeit (gemessen mit unserer Terrassenwetterstation): Die Kinder waren am Durchdrehen. Deshalb ab in den Keller.

Während die Kinder Schlagzeug und Kicker spielten, durchstöberte ich die Regale und fand einen Stapel alter Rolling Stone Magazines aus den 90ern. Auf den Titeln: Bruce Springsteen, Lenny Kravitz, Guns n’ Roses, die schwangere Demi Moore (damals eine Skandalausgabe!), Tom Cruise und – Gillian Anderson!

Als die ersten Folgen von Akte X im deutschen Fernsehen liefen (1994), war ich tief beeindruckt: Das war die Twilight Zone meiner Generation – eine zu diesem Zeitpunkt einzigartige Mischung aus Science-Fiction, Horror und Krimi, die genau den Zeitgeist der 90er (fin de millennium) traf.

Und das mit Stil.

Foto: Alistair McMillan (alistairmcmillan)

Erkennt man die Ähnlichkeit zwischen Mulders Büro und meiner Bibliothek? 🙂

So viel zum Positiven Denken.

In dem Rolling Stone Interview antwortete Chris Carter, der Schöpfer der X-Files, auf die Frage, warum seine Darsteller immer Armani-Klamotten tragen lapidar: „Die sitzen am besten.“

Ich brauche einen neuen Anzug und will einen von Armani.

Ein Klassiker separates the boys from the men: Form und Farbe drücken schließlich Charakter aus und sind ein Signal an das Gegenüber. Ein schwarzer Anzug darf in keinem Kleiderschrank fehlen und passt sowohl zum Business- als auch zum Abendtermin.

Kurze Recherche zeigt: „Die Preise varieren, aber liegen bei einem 2teiligen Anzug (also ohne Weste) bei knapp 1000€ mindestens. Nach oben gibt es praktisch keine Grenze.“ (Lockenzaehler auf Gute-Frage.net)

Misto.

Fahre morgen in die Stadt, um die Grundgarderobe einzukaufen und frage mal im Second-Hand-Laden meines Vertrauens nach (der Standardwitz soll hier nicht unerwähnt bleiben: „Kommt ein Einarmiger in einen Second-Hand-Shop“ – mit Gruß an Orell).

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mulder%C2%B4s_office.jpg?uselang=de; http://www.gutefrage.net/frage/armani-anzug-massgeschneidert

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Espandrillos und andere Meilensteine

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Seit Miami Vice wissen wir, dass das Jackett das wichtigste Kleidungsstück ist, wenn es um guten Stil geht. Entweder als Teil eines Anzugs oder lässig übers T-Shirt, drinnen oder draußen, das Jackett ist ein Allrounder: Ganz egal, ob zu Espandrillos (Don Johnson alias Sonny Crockett in Miami Vice soll hier als schlechtes Beispiel dienen, er machte die Kombination aus Sakko und Espandrillos zur Legende und damit die 80er im Rückblick zu einer Horrordekade 😉

Modetechnisch gesehen.

Foto: Alan Light, http://www.flickr.com/photos/alan-light/2071458775/

Espandrillos waren übrigens die Stoffschuhe mit Schnur-Sohle. Sie sahen zwar extrem lässig aus, hatten aber den Nachteil, dass die Sohle steinhart wurde, sobald sie einmal mit Wasser in Berührung kam. Der Vorteil war, dass Espandrillos in so ziemlich allen Farben, die das Spektrum so bietet, erhältlich waren und außerdem nur 1 D-Mark pro Paar kosteten.

Geschäftsidee: Unzerstörbare Espandrillos in Infrarot!

Oder am Strand (ebenfalls in den 80ern und unvergessen: Tom Selleck als Privatdetektiv Thomas Magnum).

Ein Sakko passt immer. Wenn’s auch nur als Accessoire ist, das man in der Hand hält.

Foto von Alan Light; http://flickr.com/photos/42274165@N00/2402043170

Bin leider noch nicht zum Klamotten-Shoppen gekommen. Muss ich auf später verschieben.

Steht aber auf meiner Liste ganz oben.

Update von der „harten“ Projektfront:

Nachdem eines der Kinder vor einiger Zeit Lungenentzündung hatte (leicht zu diagnostizieren, der Blutsauerstoffgehalt sinkt weit unter 90% – muss dann zwar nicht unbedingt eine Lungenentzündung sein, aber auch der Laie weiß, dass es ab hier gefährlich wird), kamen wir auf die Idee, ein Diagnose-Therapie-Tool zu programmieren. Das ganze soll primär in der Pädiatrie eingesetzt werden und soll anhand von optischen und akustischen Referenzen funktionieren.

Reich werden kann man damit zwar nicht, aber vielleicht hilft’s jemandem.

Quellen: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Magnum_scene.jpg; http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Don_Johnson-1.jpg&filetimestamp=20100521105608; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Espandrillo2.jpg


Nur Gott hilft den Schlechtgekleideten

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Ich gebe meine Recherche im Flipperforum auf und mache mich weiter auf den Weg zum erfolgreichen Mann von Welt.

Sollte man in eine vernünftige, klassische Grundgarderobe zu investieren.

Mit einem Grundstock an Universalkleidungsstücken ist man auf alle Eventualitäten vorbereitet. Zumindest stiltechnisch gesehen.

Ich hab meine alten Sachen satt, und lass sie in ’nem Sack verrotten.
Motte die Klamotten ein, und dann geh ich nackt shoppen
– Peter Fox, Alles Neu

Ein neuer Anzug ist schon mal ein vernünftiger Start. Die anderen Sachen ergeben sich dann als Ergänzung dazu.

Zusätzlich Chinos und Sakkos – für den Casual Friday oder Meetings im gehobenen Freizeitstil.

Dazu noch ein paar krawattentaugliche Hemden – möglichst weiß, plus die entsprechenden dezenten Krawatten (z.B. einfarbig, Seide). Alternativen zum Hemd gibt es eigentlich nicht, wenn, dann aber Poloshirts oder leichte Rollkragenpullover. Die kann man notfalls auch zum Anzug/Jackett tragen, wenn’s eher leger sein soll. Für die kälteren Jahreszeiten: Ein klassischer Wollmantel für über den Anzug – oder auch direkt übers Hemd.

Essentiell: Schwarze Schnürschuhe. Schwarz passt immer. Am besten mehrere Paare, die unterschiedlich elegant sind.

Die Socken sollten immer dunkel sein. Nur modebewusste Italiener dürfen helle Socken tragen. Sportsocken nur zum Sport.

Abschließend noch ein paar weiße T-Shirts für alle Fälle und ein paar nicht zu ausgewaschene Jeans.

Grundsätzlich gilt: Man soll sich – soweit dies geht – in den Klamotten wohl fühlen und sie sollen zu einem passen. Sie sollen nicht zu viele verschiedene Muster aufweisen, wenig zerknittert sein, sauber sein und nicht stinken. Dann kann man wenig falsch machen.

Heute ist Sonntag (ich bin gerade vor der Hitze im Garten geflüchtet), morgen werd ich zum Klamotten-Shoppen gehen.

Jetzt erst mal in den Pool.


Meine Badehose ist eine klassisch gemusterte Surfershort. Soll ich die auch ersetzen?

Business-Treffen spielen sich wohl eher nicht in der Badehose ab.

Außer man ist bei einer großen Deutschen Versicherungsgesellschaft beschäftigt 😉

Quelle: Gansterer, Der Neue Mann von Welt; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:SwimmingPool3800ppx.jpg


Es kommt – auch – auf das Äußere an

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Es kommt nicht auf die äußeren Werte an, sondern auf die Inneren (und damit sind nicht Blutzucker und Cholesterin gemeint), lernt man uns von frühester Kindheit an.

Was ein erfolgreicher Mann von Welt sein will, bei dem ist beides wichtig: Man zieht sich sowohl für sich selbst gut an, als auch für andere. Wenn man weiß, dass man gut gekleidet ist, gibt das Selbstbewusstsein (andernfalls denkt man unbewusst immer an die zerschlissene Baumwollunterwäsche, die man gerade trägt und es ist einem – ob man will oder nicht – peinlich).

Andererseits soll man anderen seine Erscheinung so angenehm wie möglich machen: Nicht zu exaltiert, nicht zu lässig, sondern angemessen. Dazu gehört: guter Anzug, wenn die Gelegenheit stimmt, gute Schuhe etc.

Nun sagen manche, dass es einem selbst nichts ausmacht, wenn man in einem hässlichen Haus wohnt und zum Fenster herausschaut – im Umgang mit anderen Menschen jedoch hinkt der Vergleich. Man wird unweigerlich nach dem Äußeren beurteilt und beurteilt andere ebenfalls danach.

Das ist grundsätzlich auch für die Wissenschaft interessant.

Und so hat z.B. Prof. Dr. Ulrich Kühnen, der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, über das Thema „Ein maskulines Äußeres: Der einfache Weg zum Erfolg?“ referiert und untersucht, ob feminine und maskuline Gesichtszüge bei der Besetzung von Führungspositionen eine Rolle spielen (ja!) und ob feminine Typen diesen Nachteil durch maskulines Styling wettmachen können (auch ja!).

In keinem Zusammenhang dazu steht übrigens der Vortrag einer Kollegin Kühnens (Dr. Christel Stolz) zum Thema „Die Sprache der Eiszeit“. Damit sind keine maskulinen Umgangsformen gemeint.

Männer, so das gängige Vorurteil, kümmern sich wenig um ihr Äußeres. Wer das immer noch glaubt, der sollte sich einmal Magazine wie Men’s Health anschauen und nicht nur die Autobild. Auch die Männer (hört, hört!) haben mittlerweile erkannt, dass es durchaus von Vorteil ist, gut gekleidet zu sein – und gut zu riechen (hört, hört! Aber dazu ein anderes Mal): Sowohl im Beruf, als auch privat wirkt ein Mann definitiv positiver, wenn er gute Schuhe trägt, ein Hemd, das zum Anzug passt und außerdem in der Lage ist, einen einigermaßen ansehnlichen Krawattenknoten zu binden.

Dabei hat es – laut Gansterer – durchaus Vorteile, wenn man auf Qualität (=teuer!) setzt: Gutes/Teures pflegt man gerne, Schlechtes/Billiges gar nicht. Kein Mann von Welt putzt schlechte Schuhe gern, die guten aber schon. Eine solche Art von Qualitätssinn ist der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Mann von Welt. Der zweite ist, eine entsprechende Philosophie der Bekleidung und Accessoires zu entwickeln.

Dabei geht echte Qualität über die versprochene der Markennamen: Sie hilft dabei, ein eigenes Image zu entwickeln, statt sich eines vorgefertigten Images zu bedienen. Ich darf nur Werbung meiner selbst sein! Fakt ist hierbei allerdings, dass ein teurer Markenanzug besser sitzt als ein billiger Bild-C&A-Volksanzug für 79 Euro.

Grundsätzlich hat sich in der Kleidungswahl eine neue Freiheit durchgesetzt, jedoch nur in einem gewissen Rahmen: Wenn eine Veranstaltung Anzug verlangt, trägt man Anzug. Am Casual Friday trägt man keinen.

When in Rome, do as the Romans do.

Ich sollte bei Gelegenheit meine Garderobe erneuern.

Die alten Surf-Hemden und Shorts rauswerfen und neue Seidenhemden und Anzüge rein.

Andererseits: Ich rücke die alten Surfhemden lieber in eine Ecke des Kleiderschranks und behalte sie.

Immer noch einer meiner Favoriten: Ein T-Shirt vom Superrock-Festival 1990 in Mannheim. Mit Whitesnake, Aerosmith, Mötley Crüe, Poison, Vixen und Dio.

Großartig.

Immer noch.

Nur: Zu Geschäftsterminen weniger zu gebrauchen.

Also: Zweigeteilter Kleiderschrank!

Quellen: http://www.hausderwissenschaft.de/Ein_maskulines_Aeusseres.shtml; Gansterer, Der Neue Mann von Welt