Schlagwort-Archive: Buch

erfundene Geschichten

Kontostand:                  -2888,68

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                            00,00

Verwendungszweck:       –

 
Aller guten Dinge sind drei, deshalb versuche ich es jetzt mit Literatur:

Höflichkeitsliga schrieb am 14.9. 2002 um 01:43:55 Uhr zu Literatur

Bewertung: 4 Punkt(e)

Ich hab jetzt so Lust auf so erfundene Geschichten Literatur. Seltsam geht mir sonst nie so. Mal irgendsoeinen dummen Schmöker aufschlagen, von irgendjemand der nicht kapiert hat dass die beste Literatur die ist, die wo von der WIRKLICHKEIT handelt, und die sich einem bestimmten Problem widmen tut, einem Sachverhalt, einem Ereignis, einer Reihe von Ereignissen, einem Zusammenhang, einer Konstellation, einem Schnitzel, einem Bier!

 

Höflichkeitsliga tut die Sache sehr gut auf den Punkt bringen. Mir wären lieber Assoziationen wie Intelligenz, hochgeistig, schön, Kunst, Kultur, Bildung, etc. Schließlich habe ich in Literaturwissenschaft promoviert. Ich weiß nicht, ob das mit der Literatur für den Menschen von der Straße so ein gutes Referenzsystem ist. Am besten frage ich Orell, der kennt sich mit solchen Dingen aus. Und wenn er sich nicht auskennt, dann weiß er, wie er recherchieren muss. Orell ist eine Fundgrube für Trivialwissen. Das ist darauf zurückzuführen, dass er jeden Abend während des Fernsehens – auf einem überdimensionalen Fernseher laufen per Bild-im-Bild gleichzeitig Nachrichten, Sportreportagen, ein Spielfilm und eine Sitcom – das Laptop angeschaltet hat und Wikipedia auswendig lernt. Dabei legt er eine ähnlich beängstigende Selbstdisziplin an den Tag als er einmal ein Jahr lang Zaubertricks lernte. Oder einen Rekord im Rubik’s Cube aufstellte. Oder Kicker spielen lernte, bis er ein Niveau erreicht hatte, das jeden Profi erblassen lässt. Vor ein paar Jahren hat Orell sein eigenes Unternehmen gegründet und ist jetzt im IT-Bereich tätig. Wenn sich Orell in etwas einarbeitet, dann kann er sich festbeißen wie ein Rottweiler (der Dachverband der Kynologen – der Hundezüchter – beschreibt den Charakter eines Rottweilers übrigens folgendermaßen: Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt Seine enorme Beisskraft wird auf über 400 Kilogramm geschätzt.).

Ich werde also Orell auf die Sache ansetzen. Karate, Rockmusik und Literatur. Ob das der Stoff ist, der das Potenzial hat, Faszination auszuüben und Erfolg auszustrahlen?

Werbeanzeigen

Nachlese

Kontostand:                  -2882,69

Ausgaben:                     00,00

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:       –

Der Urlaub war nötig.

Und entspannend.

Was weniger entspannend war, war die letzte Nacht: Nach durchgehend weit über 30° Tagestemperatur kam es, wie es kommen musste, nämlich zur plötzlichen Abkühlung durch das hinzutreffen kühlerer Luftmassen.

Ein Gewitter.

Und was für eins.

Sintflutartige Regenfälle – und Blitz und Donner.

Nun habe ich in letzter Zeit schon so einiges an Gewittern erlebt (der Sommer war heiß, die Gewitterneigung hoch), aber es ist schon etwas anderes, wenn man ein Gewitter in einem Zelt erlebt. Mittendrin statt nur dabei. Plötzlich wurde mir die eigene Sterblichkeit so bewusst, wie zuletzt nur im Unterzucker auf dem Nanga Pangert. Und dieses mal halfen keine Bananen.

Nachdem ich mehr als eine Woche trainiert hatte, mit Schlafdefizit auszukommen, wäre ich in dieser Nacht froh gewesen, wenn ich schlafen hätte können. Immerhin haben die Kinder nichts davon mitbekommen.

Der Vorteil: Im Wachzustand zwischen Blitz und Donner wurde meine Kreativität in bestimmte Bahnen gelenkt: Die Vernunft schlief, die Angst regierte, das Leben zog an mir vorüber. Zumindest glaubte ich das, bis ich einschlief.

Die Idee, die dabei herauskam war, ein Buch zu schreiben, mit mehreren Bänden, die den letzten Jahrzehnten zugeordnet sind: Eines für die 90er, eines für die Dekade nach der Jahrtausendwende, eines für jetzt. Nicht besonders originell, aber es erschien mir zu diesem Zeitpunk, zwischen Wachen und Schlafen, das einzig Richtige.

Nur wann?

Ich muss weiter an meinem Schlafproblem arbeiten.