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Peripatetik

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Seit der peripatetischen Schule des Aristoteles gilt körperliche Betätigung bei geistiger Arbeit als aktivierendes Element und smarte Energiequelle. Der Begriff kommt vom griechischen Wort peripatein, das umherwandeln bedeutet – meint also eigentlich eher ein Flanieren als schweißtreibenden Sport: Während die alten Griechen in der Säulenhalle ihres Gymnasions herum wandelten, wurden inspirierende Gespräche geführt. Das Gymnásion war ein Ort sowohl der körperlichen als auch der geistigen Ertüchtigung für die männliche Jugend, mit eindeutigen Schwerpunkt auf dem Körperlichen: Es wurde nackt trainiert (griech. gymnós: nackt). Gleichzeitig war das Gymnasion auch Ort der höheren Bildung. Ich weiß nicht, ob diese ebenfalls nackt vermittelt wurde. Später wurde die Beziehung zwischen Physis und Psyche von den Römern aufgegriffen, die sogar so weit gingen, zu konstatieren, dass nur in einem gesunden (d.h. aktiven) Körper ein gesunder (d.h. intelligenter) Geist sitzen kann.

Beim Denken gehen, beim Gehen denken – ein Prinzip, das die modernen Business-Peripatetiker internalisiert zu haben scheinen: In jedem Erfolgs-Ratgeber wird darauf hingewiesen, dass es eine unumgängliche Komponente erfolgreicher Menschen ist, dass sie Sport treiben – vom Breitensport (Joggen) über zum Exklusivsport (Golfen inkl. Socialising) bis hin zu Extremsportarten (Fallschirmspringen, Freeclimben). Fachbücher und Internetseiten sind voll von Lobpreisungen über die Vorzüge von Sport, jeder, der Erfolg haben will, hat mittlerweile internalisiert, dass Bewegung ein wichtiger Baustein dafür ist. Manche Leute scheinen das allerdings missverstanden zu haben. Das sind die Leute, die zunächst absolut in etwas vertieft zu sein scheinen – in ein Gespräch, in ein Buch, ins Kaffeetrinken oder ins Nichtstun – und wie von der Tarantel gestochen aufspringen, sobald ihr Handy läutet. Dann wird entweder bedachtsam hin und her gelaufen oder aufgeregt hin und her gestapft – auf alle Fälle aber wird mit der freien Hand herum gefuchtelt und wild gestikuliert. Dabei gehört es dazu, dass man aufgrund der hohen Umgebungslautstärke so telefoniert, dass möglichst jede Person in der näheren und weiteren Umgebung davon in Kenntnis gesetzt wird, wie wichtig das Gespräch ist. Anzumerken sei hier, dass es sich meist um Ortsangaben handelt, die der Person am anderen Ende der Leitung übermittelt werden. Oder um imperative („Kaufen, kaufen, kaufen“), die bei den Umstehenden eine gewisse Art von Dringlichkeit erzeugen, jedoch ohne zu vermitteln, wofür.

Die wenigsten Menschen betreiben tatsächlich Peripatetik, indem sie laut am Handy philosophieren.

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Ändere deine Einstellung zum Geld

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 Im Supermarkt an der Kasse: Zum ersten Mal war die Kassiererin nett zu mir und hat mir nicht diesen vernichtenden Blick zugeworfen, als ich versehentlich eine Flasche Rotwein aufs Band gestellt und nicht gelegt habe (natürlich ist die Flasche umgefallen).

Stattdessen hat sie einfach ein „macht doch nichts“-Lächeln aufgesetzt.

Ich wirke reich.

 

Was denke ich über Geld?

Grundsätzlich denke ich, dass Geld nicht schlecht ist. Mit Geld kann man viel Gutes tun: Bedürftigen helfen. Natürlich. Eigentum verpflichtet.

Ist das jetzt schon wieder eine negative Einstellung Geld gegenüber, die mich daran hindert, 1 Million Euro zu verdienen? Dass ich das Geld – zumindest einen Teil davon – anderen geben würde? Hemmt mich diese Einstellung, Geld für mich zu verdienen?

Einen Teil würde ich natürlich behalten: Ich würde mir davon kein neues Leben kaufen, sondern lediglich das Leben, das ich gerade habe etwas anders gestalten. Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinem jetzigen Leben.

Ups. Hindert mich diese Zufriedenheit schon wieder?!?

 

Recherche im Internet: Meinungen zum Thema Geld (leider habe ich vergessen, die Quelle zu notieren – ich bin dankbar für jeden Hinweis!)

 

Peter (mabrruq.de) schrieb am 16.10. 2000 um 00:24:34 Uhr zu Geld

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Zwar regiert Geld die Welt, aber nur deshalb, weil ebendieses eine wahrhaftige Droge ist. Jeder ist süchtig danach, viele sind davon abhängig, oder glauben es zu sein. Die Meisten glauben sogar, es würde glücklich machen, obwohl unter Reichen und Armen die Glücklichen gleichgut verteilt sind. Doch kaum einer ist gewillt, seinem Leiden ein Ende zu bereiten; und wehe dem, der gezwungen wird, seine Dosis herabzusetzen.

 Dogen werden erst dann echt gefährlich, wenn sie nicht (mehr) auffallen, nicht erkannt werden vor dem grossen Absturz. Wenn alle betroffen sind. Wenn der Zweck die Mittel heiligt.

 

Gabi schrieb am 10.6. 2001 um 17:59:17 Uhr zu Geld

Bewertung: 2 Punkt(e)

 

Geld.

was ist das?

ein stück papier in deiner Hand.

was ist Geld?

etwas wichtiges? etwas was wichtig gemacht wird!

Geld ist wichtig.

Jeder braucht geld.

was wären wir ohne geld.

Ein stückchen reicher.

ich kann den kapitalismus nicht leiden, weil er den Leuten mit Geld Macht gibt.

So herrscht Geld über der Welt. Geld ist schöner als Liebe, Familie, besser als deine Freunde.

Was mache ich, wenn ich einen 20Markschien gefunden habe?

1. Ausgeben

2. Sparen

 

wie wär es mit, etwas schönes dafür für wen anderes kaufen?

 

Geld lässt uns alle noch egoistischer werden.


Denke dich reich

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Denken.

Denken bezeichnet eine bewusste oder unbewusste geistige Betätigung, die optimalerweise in einer Erkenntnis resultiert.

reich.

reich.

Die Gebrüder Grimm klären uns in ihrem Deutschen Wörterbuch auf:

reich, adj. und adv.
1) das dem adjectiv wie dem substantiv reich zu grunde liegende goth. subst. reiks, herscher, oberster, das auch in der bedeutung mächtig, vornehm auftritt
2) die ursprüngliche bedeutung des wortes: einem herscher oder mächtigen gemäsz, zukommend, mit ihm verbunden; besonders auch auf hohe geburt und vornehmen stand weisend.

3) die in der vorigen bedeutung mitliegende vorstellung des begüterten, mit besitz überflüssig versehenen.

(nach Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimmhttp://germazope.uni-trier.de:8080/Projekte/WBB2009/DWB/wbgui_py?lemid=GS42880

Wie hängen nun denken und reich zusammen? Wie kann man durch denken reich werden, durch eine abstrakte Tätigkeit konkrete Ergebnisse erzielen? Napoleon Hills Trick ist, dass er positiv denkt.

In der – esoterischen – Richtung des Positiven Denkens soll durch permanente positive Gedanken eine permanente positive Grundstruktur des Denkens geschaffen werden. Dies geschieht durch Affirmationen, Merksätze, die mantraartig heruntergebetet werden oder Visualisierungen, d.h. durch meditative Konzentration auf bestimmte Vorstellungsbilder, oder auch durch Autosuggestion. Die erzeugten gewohnheitsmäßigen Denkmuster haben nun Auswirkungen auf die Gehirnaktivität. Der daraus resultierende Optimismus hat zunächst einmal eine höhere Zufriedenheit des Individuums zur Folge, und somit auch eine höhere Lebensqualität. Andererseits färbt diese positive Grundeinstellung auch ab auf die jeweilige Umgebung, die Lebenssituation, die unmittelbare und auch die weitere Umwelt. Wer positiv denkt, dem passieren positive Dinge (siehe auch den entsprechenden Wikipedia-Artikel unter http://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken).

Foto: Amrsalemsmartvillages

Hier stellt sich die Frage, ob ich das, was auf der Mikroebene des Organismus funktioniert, ebenso auf der Makroebene umsetzen kann: Kann ich reich werden, einfach dadurch, dass ich mich reich denke? Sind meine Gedanken tatsächlich so stark?

Orell war da. Er meinte, ich könne nicht mal beim Kickern irgendetwas auf einer Mikroebene zu stande bringen. 😦

Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Think_Tank.JPG