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WOMBAT

Kontostand:                  -2872,02

Ausgaben:                     39,00

Einnahmen:                  00,00

Verwendungszweck:  –

 

Nichts wesentlich Neues von der Projektfront: Man sollte vermeintlich gute Ideen schon vor einer gewissen Bearbeitungstiefe dahingehend prüfen, ob sie tatsächlich realisierbar sind.

1. Alle medizinischen Produkte müssen TÜV-Zertifiziert sein, was allein für das Ausstellen des Zertifikats mit Ausgaben von mehr als 10 000 € verbunden ist.

Heißt: Sogar, wenn man eine Tabelle mit Excel erstellt, in der der freundliche alte Hausarzt die Telefonnummern seiner Patienten gespeichert hat, müsste das den Vorgaben des TÜV entsprechen: Die Patientendaten könnten versehentlich gelöscht oder vertauscht werden. Wenn dann der Arzt versehentlich bei Frau Müller anruft anstatt bei Frau Mayer und ihr mitteilt, dass ihr Mann soeben verstorben ist, ist das – gelinde gesagt – schlecht. Wenn Frau Müller dann anschließend an einem Herzinfarkt stirbt, ist das schon eine Haftungsfrage. Auch unangenehm ist es, wenn versehentlich Herrn Meiers linker Fuß amputiert wird anstatt Herrn Maiers.

2. Produkte, die im weitesten Sinne unter den Begriff Merchandising fallen sind darauf zu prüfen, ob sie irgendwelche Lizenzbestimmungen verletzen. Das kann unter umständen teuer werden.

Im Marken-Blog (http://www.markenblog.de/2011/02/23/barth-marken/ ) wird aufgelistet, welche Marken sich der Comedian Mario Barth schützen hat lassen. Jeder, der einen der hier genannten Slogans verwendet, muss mit einer Abmahnung rechnen. Das kann unter Umständen teuer werden – oder unangenehm, wenn man ein großer Fan des Unterhaltungskünstlers Komikers ist und sich einen seiner markigen Sprüche auf den Oberarm tätowieren hat lassen.

Oder auch, wenn man zwar kein Fan von Mario Barth ist, aber sich schon in seiner Kindheit die ältesten und schlechtesten Witze der Welt hat eintätowieren lassen…  Die sind mittlerweile eben geschützt 😉

Kann man sich das Wort „Abmahnung“ schützen lassen?

Genaueres zum Markenschutz findet man hier: http://www.dpma.de/marke/markenschutz/index.html

Hier finden sich auch Informationen zum Gebrauchsmusterschutz, durch den man relativ schnell (zumindest schneller als bei einer Patentanmeldung) technische Erfindungen als Gebrauchsmuster schützen lassen kann.

Beim Musterschutz ingesamt gilt: Es gibt (fast) nichts, was es noch nicht gibt – genauso wie bei den Internet-Domain-Namen.

3. Import ausländischer Güter.

Das ist ein schwieriges Kapitel, denn es gibt – abhängig von der Art der Güter und von den Ländern, aus denen importiert wird – Importbeschränkungen.

Generell gilt: Bei importierten Produkten haftet nicht der Hersteller, sondern derjenige, der das Produkt in den Verkehr bringt.

Auch gibt es Produkte, für die eine Importüberwachung oder eine Mengenbeschränkung gilt: Hierunter fallen unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Arzneimittel und Tabak. Der Import von Plagiaten und Raubkopien ist grundsätzlich verboten – auch wenn sich der Importeur nicht dessen bewusst ist, dass es sich um illegale Ware handelt, haftet er dennoch, die Produkte werden zerstört, unter Umständen droht eine Geld- oder Haftstrafe.

Wer glaubt, ein Plagiat sei leicht zu erkennen, soll sich mal die Berichte über gefälschte Apple-Stores durchlesen (z.B. http://business.chip.de/news/Apple-Fake-Stores-Chinas-Polizei-findet-noch-22_50896412.html) oder die Threads im Uhrenforum durchlesen (Wie erkennt man eine gefälschte Rolex: http://uhrforum.de/wie-erkenne-ich-gefaelschte-rolex-submariner-16610lv-green-t11146).

Wenn man nicht selbst zum Betrüger werden will, lassen sich Plagiate leider auch nicht mehr verkaufen.
Deshalb: Erst einmal recherchieren, dann erst entwickeln. Das Recherchieren/Lesen zählt zwar für viele Menschen nicht als „echte Arbeit“, ist aber enorm wichtig, da es Zeit und Energie spart.

Im Business-Jargon nennt man das ansonsten WOMBAT: Waste Of Money, Brains And Time.