Schlagwort-Archive: Napoleon Hill

Zombies und Überlebende

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Verwendungszweck:       Bücher vom „Money-Coach“ Bodo Schäfer

Leider hat mich die Motivationsliteratur nur bedingt weiter gebracht. Zumindest weiß ich jetzt, was ich nicht will: Ich will nicht fremdgesteuert sein, sondern selbstbestimmt.

Anders ausgedrückt: Ich will nicht zu den Zombies gehören, sondern zu den Überlebenden.

Foto: sookie; http://flickr.com/photo/20532289@N00/1490740447

Für meine persönlichen Zwecke haben mich die Biografien von erfolgreichen Menschen stärker beeindruckt als die Bücher von Napoleon Hill und Brian Tracy.

Zugegeben: Es ist eine gewisse Transferleistung nötig, um die jeweiligen Lebensumstände auf die eigenen zu übertragen. Motivationsliteratur dagegen lässt sich leichter lesen und ist besser strukturiert. Und es gibt sie gegebenenfalls als Hörbücher 😉

Für mich jedenfalls scheint – um mit Brian Tracy zu sprechen – eine Kurskorrektur notwendig. Ich brauche handfestere, bodenständigere Literatur.

Als Paradigmenwechsel wird eine radikale Änderung des Blickwinkels auf ein wissenschaftliches Feld, auf dessen Paradigma, bezeichnet. Eine solche Änderung ist notwendig, wenn eine Weiterentwicklung in einem bestimmten Feld ansonsten nicht mehr möglich ist. Festgestellt wird dieser Wechsel von der betreffenden „Wissenschaftsgemeinde“.

Die Wissenschaftsgemeinde besteht in meinem Fall aus Isi, Mia, Orell, Syl und mir. Wir saßen gerade auf der Terrasse und beobachteten den Sonnenuntergang über dem Gartentor (Ich weiß, dass dann richtig Sommer ist, wenn die Sonne so weit im Westen untergeht, dass sie genau unser Gartentor berührt).

Mia und Isi unterhielten sich über unser Projekt und stellten fest, dass wir nach zwei Monaten schon ziemlich im Minus sind. Das Wort Krisengespräch fiel übrigens nicht. Beide waren sich einig, dass ich mich mit dem bisher eingeschlagenen Weg zwar in die richtige Richtung bewege, dass, um das Ziel 1 Million Euro zu erreichen jedoch drastischere/nachhaltigere Maßnahmen notwendig sind.

Mein Paradigmenwechsel sieht nun so aus, dass ich Bücher bestellt habe vom weltberühmten erfolgreichen Money-Coach Bodo Schäfer.

  1. Schäfer Bodo Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million (Deutscher Taschenbuch Verlag 1. April 2003) 4,89 + 3€ Porto
  2. Die Gesetze der Gewinner: Erfolg und ein erfülltes Leben von Bodo Schäfer (Taschenbuch Deutscher Taschenbuch Verlag – 1. November 2003)  5,49 + 3€ Porto
  3. Endlich mehr verdienen: 20% mehr Einkommen in einem Jahr von Bodo Schäfer (Gebundene Ausgabe – August 2002) 5,48 + 3€ Porto
  4. Money oder Das 1×1 des Geldes von Bodo Schäfer (Gebundene Ausgabe, Herbig – 2000) 0,70 + 3€ Porto

Quelle: . http://de.wikipedia.org/wiki/Paradigmenwechsel; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zombies.jpg

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Positives „Denken“

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Die Bücher des Positiven Denkens haben eines gemeinsam:

Sie wollen den Leser dazu bringen, unumstößlich an sich selbst zu glauben. Dies soll mehr oder weniger unreflektiert geschehen.

Von Denken kann hier keine Rede sein, eher von Gehirnwäsche.

Foto: Jan Derk

Diese Bücher suggerieren, dass es wirklich jeder schaffen kann, Erfolg zu haben, bzw. reich zu werden. Ungeachtet des persönlichen Backgrounds. Dies ist eine glatte Lüge. Es besteht ein Unterschied zwischen Selbstwertgefühl und gnadenloser Selbstüberschätzung. Ein positives Selbstwertgefühl ist notwendig, um erfolgreich zu sein. Selbstüberschätzung im Sinne von „Ich kann alles schaffen, wenn ich nur daran glaube“ ist meistens hinderlich. Wichtiger ist es, zu einer gesunden Selbsteinschätzung zu kommen und die eigenen Schwächen und Stärken zu erkennen und diese auszunutzen lernen. Und dazu ist wiederum Intelligenz gefragt: emotionale Intelligenz – oder Intuition.

Unbestritten gibt es Leute, die erfolgreich geworden sind ohne jegliche Höhere Bildung, ohne Abitur, ohne Hochschulabschluss. Diese Leute besitzen ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz. Sie kennen die eigenen Schwächen und wissen damit umzugehen. Sie erkennen die eigenen Stärken und bauen diese aus. Dies geschieht meistens nicht auf einer bewussten Ebene, wie uns die vielen Autobiografien erfolgreicher Menschen suggerieren, sondern auf einer unbewussten Ebene. Richard Branson tat, was ihm Spaß machte und wurde zum Erfolgreichen Boss der Virgin Group. Zuvor hatte er mit Dyslexie zu kämpfen, hatte die Schule abgebrochen und war sogar straffällig geworden. Trotzdem wurde er Milliardär. Intuitiv hatte er sich für die richtigen Dinge interessiert (Musik), das getan, was ihm Freude gemacht hat und diese emotionale Intelligenz dann gepaart mit knallhartem, analytischem Sachverstand. Für ihn eine Erfolgsformel. Für andere nur bedingt reproduzierbar.

Die Kombination eines hohen Maßes intrinsischer Motivation und kompetente Fachkräfte ließ ihn Rekorde brechen: Atlantik- und Pazifiküberquerungen in einem Heißluftballon, finanzielle Rekorde.

Insofern haben Napoleon Hill und Fred Gratzon recht: Man ist am besten in Dingen, bei denen die die intrinsische Motivation (d.h. das Bestreben, eine Sache voll und ganz zu beherrschen, einfach um der Sache Willen) sehr hoch ist. Das Handeln deckt sich hier völlig mit der eigenen Auffassung. Man spricht hier auch von selbstbestimmtem Verhalten. Mit dieser Art der Motivation ein her gehen Neugier und Spontaneität. Externe Anreize wie Geld oder Belohnung – oder auch Drohungen – sind kontraproduktiv, die ursprüngliche sehr hohe Motivation nimmt ab.

Die Motivationsveranstaltungen der Motivation-Coaches hingegen wirken wie extrinsische Motivationen, Misserfolg ist hier vorprogrammiert: Handlungen treten nicht spontan auf, sondern erst dadurch, dass sie von außen – von einem Motivations-Coach – initiiert werden. Die Botschaft, die der Coach sendet, lautet nur vordergründig „du kannst es schaffen“ eigentlich gemeint ist „du willst es schaffen“, bzw. „wenn du dazugehören willst, musst du es schaffen wollen“. Und du musst nicht nur nach Macht, Einfluss und Geld streben wollen, sondern auch den damit verbundenen Statussymbolen hinterher jagen wollen. Erst dann bis du in unserer Gesellschaft anerkannt.

Die Anzahl der Seminare, die man besucht hat, die vielen Motivationsbücher, die im Regal stehen, die CDs, die man gehört hat bilden dabei die Grundlage für eine gewisse Rangliste. Unabhängig vom tatsächlichen Erfolg wirken sie wie positive Bekräftigungen, die einen bestärken, dass man auf dem richtigen Weg ist und verleihen den Anschein einer gewissen gesellschaftlichen Sicherheit.

Das Paradoxon: Wenn man diesen Teufelskreis einmal durchschaut hat – intrinsische Motivation (Streben nach Erfolg), in die nachträglich eine extrinsische Komponente (du musst streben nach Erfolg) eingeführt wurde – unterminiert dies das Gefühl der Selbstbestimmung. (siehe auch den Wikipedia-Eintrag zu Edward L. Deci und Richard M. Ryans Zwei-Phasen-Modell der Motivation).

Meine Jedi-Kräfte hatten mich tatsächlich gewarnt, als ich an dem Motivationskongress teilgenommen hatte. Ich konnte die Zeichen nur nicht deuten:

Vor mir stand ein selbsternannter „Meister“ (zugegeben: Der Erfolg gibt ihm Recht), der seinen Zuhörern eintrichtert, dass sie motiviert sein müssen. Wenn sie nicht motiviert sind, sind sie

a) selbst schuld und

b) Verlierer.

So viel zur Selbstbestimmung in der Motivation. Ich werde mich demnächst nach etwas bodenständigerer Literatur umsehen.

„No more training do you require. Already know you that which you need.” ―Yoda zu Luke Skywalker in Die Rückkehr der Jedi Ritter

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation#Intrinsische_und_extrinsische_Motivation_.28Zwei-Faktoren-Modell.29); http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brain_coral.jpg


Re-program yourself

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Ich habe den Papagei neu programmiert. Er krächzt jetzt alle paar Minuten „1 Million Euro“. die Zielvorstellung ist auf gutem Wege, sich unauslöschlich in mein Unterbewusstsein einzuprägen.

Napoleon Hill und Brian Tracy würden sich freuen über diesen ausgefuchsten Schachzug.

Ich mäandriere wieder.

Brian Tracy meint, man müsse seine (bisherige) Einstellung zum Geld ändern, um erfolgreich zu sein. Der bisher eingeschlagene Weg und die herkömmlichen Denkstrukturen haben mich dorthin gebracht, wo ich bin – aber auch nicht weiter. Um Erfolg zu haben, muss ich mich sozusagen re-programmieren.

Ich schlage nach, was die Vorsilbe re- bedeutet (lat. wider, gegen, zurück) und stoße auf einen Eintrag über die Kunstsprache Esperanto:

Im Jahre 1887 entwickelte der Augenarzt und Philologe Ludwik Lejzer Zamenhof aus Warschau eine künstliche Sprache, die leicht zu lernen sein sollte und der internationalen Verständigung dienen sollte, ohne jedoch andere Sprachen zu ersetzen, Esperanto. Zamenhofsprach war sehr sprachinteressiert und beherrschte auch mehrere Fremdsprachen (Russisch, Jiddisch, Polnisch, Deutsch, Französisch, Latein, Englisch, Hebräisch).

Am liebsten hätte ich geglaubt, dass der gute Mann so frustriert war über die Schwierigkeit, eine Fremdsprache zu lernen, dass er aus Bequemlichkeit seine eigene erfand – allerdings ist diese Vermutung wohl unwahrscheinlich, denn er war so fanatisch, dass er sogar das Alte Testament aus dem Hebräischen ins Esperanto übersetzte.

Irgendwann entstand sogar eine eigene Subkultur, die – auch heute noch – Esperanto benutzt.

Weiteres Mäandrieren bringt mich auf den Begriff Hillelismus, der, entgegen meiner ersten Vermutung, nichts mit Napoleon Hill zu tun hat.

Neben einer künstlichen Sprache entwickelte Zamenhof auch so etwas wie eine künstliche Weltanschauung, Hillelismus genannt (nach dem jüdischen Gelehrten Hillel, ins Esperanto übersetzt Homaranismo, „Lehre von der Menschheit“): Jeder Mensch sollte mehr oder weniger an das gleiche höhere Wesen glauben, allerdings unter Beibehalt der ursprünglichen religiösen Riten und Gebräuche. Hieraus sollte sich eine tolerante multikulturelle  Gesellschaft entwickeln.

Fun Fact: Die Menschheit teilt sich aktuell in zwei Kategorien, wobei die eine sich tatsächlich nach der Lehre des Hillelismus richtet und tolerant anderen gegenüber ist, die ander Gruppe ist von Haus aus so intolerant, dass sie sich mit Sicherheit nicht für den Hillelismus begeistern lässt 🙂

Funb Fact 2: Schon bald stoße ich auf die Grenzen des Esperanto: Es gibt keine Übersetzung für „Million“!!! Ich kann das fast nicht glauben und vermute, dass ich eher die Grenzen des Internets erreicht habe…


Jedi vs. Spiderman

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Napoleon Hill behauptet, dass bloßes Denken unsere Träume Wirklichkeit werden lässt. Der Glaube versetzt Berge. Wenn der Berg sich nicht bewegt, ist der Glaube nicht stark genug.

Luke: „I don’t believe it…

Yoda: “That is why you fail.

Ein einfacher Weg, den Glauben zu festigen und zu einer waschechten Überzeugung werden zu lassen, ist durch Autosuggestition. Das Unbewusste wird bewusst trainiert, indem man eine Art Gehirnwäsche praktiziert. Man redet sich so lange etwas ein, bis man es schließlich selbst glaubt. I did not have sexual intercourse with that woman. Am besten funktioniert das mit Hilfe von Affirmationen (lateinisch affirmāre: bekräftigen, versichern, beteuern“ bzw. affirmatiō, Versicherung, Beteuerung):

Den Glauben kann man durch Autosuggestion stärken: Durch gezielte Selbstbeeinflussung werden die tiefsten Schichten der Psyche dazu gebracht, zu arbeiten. Diese Anzapfung einer bisher nicht gezielt genutzten Quelle geschieht, durch so genannte Affirmationen: Das finanzielle Ziel wird schriftlich festgehalten, ebenso wie der geplante Weg, der einen dorthin führt. Diese ausformulierten Sätze werden dann täglich zweimal laut vorgelesen und erzeugen so das Gefühl, man sei bereits im Besitz der angestrebten Summe. Dadurch prägt sich die Zielvorstellung unauslöschlich im Unterbewusstsein ein, das wiederum Denkstrukturen hervorbringt, die schließlich zur Erreichung des Ziels führen.

Die Affirmationen sind umso effizienter, je konstanter, je länger und je intensiver sie praktiziert werden. Napoleon Hill schlägt vor, mein finanzielles Ziel – 1 Million Euro – schriftlich zu fixieren, zu visualisieren, täglich zwei Mal laut vorzulesen und so das Gefühl zu erzeugen, ich sei schon im Besitz der Summe. Wenn mir das gelingt, leite ich diesen mit positiven Emotionen aufgeladenen Wunsch an die tieferen Schichten meines Geistes weiter und präge somit jede Zelle meines Körpers und jeden Zusammenschluss von Synapsen darauf, Erfolg zu haben und das Ziel zu erreichen. Mein Unterbewusstsein beginnt dann von sich aus, Denkgewohnheiten hervorzubringen, die sich positiv auf meine Bemühungen auswirken, meinen Wunsch zu verwirklichen (Napoleon Hill, S. 41).

Napoleon Hills Tipps – obwohl eher esoterischer Natur – haben durchaus einen praktischen Wert auf dem Weg zum Erfolg. Er betont in seinem Buch noch, wie wichtig Fachkenntnis ist für den Erfolg: „Bildung ist das, was sie aus sich machen. Grundsätzlich stehen ihnen alle Spezialkenntnisse zur Verfügung, die sie benötigen, um das Ziel ihrer Wahl zu erreichen.“ (S. 49) Allgemeinwissen ist zwar wichtig, bringt jedoch kein Geld (Wie lautet der Vorname McGyvers? Angus!). Fachwissen und dessen Anwendung sind gefragt, wenn es darum geht, ein konkretes Vorhaben zu verwirklichen. Wissen ist lediglich potenzielle Macht. Anwendung von Wissen ist tatsächliche Macht. Am Anfang steht zwar eine Idee, zur Umsetzung braucht man jedoch Fachkenntnisse.

Der Erfolgsmensch nach Hill ist jemand, der aufgrund der Kombination von Vorbildung, geistiger Regsamkeit, Energie und Erfolgswillen imstande ist, sich Spezialkenntnisse anzueignen, die nötig sind für die Realisierung einer Idee (S. 54).

Fachkenntnisse und Fantasie werden dann verdichtet zu einem Erfolgsplan. Laut Napoleon Hill hält die Fantasie alle Chancen bereit für den Erfolg. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Fantasie: Die synthetische und die schöpferische Fantasie.

Die synthetische oder kombinatorische Fantasie hilft beim kombinieren bereits existierender Vorstellungen zu neunen Konzepten. Das Gedankenmaterial, das durch eine Vielzahl von Erfahrungen gesammelt wurde, wird neu kombiniert, um Probleme zu lösen oder neue Konzepte zu entwickeln.

Daneben gibt es aber noch die schöpferische Fantasie – das Bindeglied zwischen dem doch begrenzten menschlichen Verstand und dem universalen Geist. Der Macht. Cool. Dieser Schöpferischen Fantasie verdanken wir nicht nur unsere Intuition, sondern sie ermöglicht uns auch, mit dem Unterbewusstsein anderer Menschen in Verbindung zu treten, mit ihnen zu korrespondieren. Sehr cool.

Luke [in der Höhle des Wampa auf dem Eisplaneten Hoth, flüstert]: Ben, Ben, was soll ich tun?

Ben (aka Obiwan Kenobi) [als Vision]: Benutze die Macht.

Luke benutzt die Macht, teleportiert sich sein Laserschwert in die Hand und tötet damit den Wampa.

Wenn das mit der schöpferischen Fantasie bisher nicht so recht geklappt hat, so liegt das aller Wahrscheinlichkeit nach daran, dass diese Art der Vorstellungskraft aufgrund von mangelndem Gebrauch geschwächt ist. Die Schöpferische Fantasie tritt dann wieder zu Tagen, wenn es uns gelingt, die bewussten geistigen Prozesse so beschleunigt ablaufen zu lassen, dass unser Unterbewusstsein eine ungeheuer starke emotionale Ladung erfährt.

Napoleon Hill über Ideen: Ideen aktivieren unsichtbare Kräfte, die eine weit größere Macht entfalten, als der Mensch, der sie hervorgebracht hat. Sie leben sogar noch weiter, wenn der Mensch längst zu Staub zerfallen ist. Wie bei Yoda, Obi-Wan, Darth Vader und Qui Gonn Jinn am Ende von Rückkehr der Jedi Ritter! Ihr Geist lebt weiter!

Eine weitere Voraussetzung für die Verwirklichung einer Idee (Leitsatz: „Sie können jede Summe bekommen – vorausgesetzt, Sie fordern einen bestimmten Betrag für einen bestimmten Zweck, der Ihre Fantasie beflügelt“ hier: 1 Million Euro) ist der Entschluss.

Yoda zu Luke: „No! Try not. Do. Or do not. There is no try.

Napoleon Hill sagt, dass Versager immer alles aufschieben („Alles morgen“) und Gewinner die Fähigkeit haben, blitzschnelle Entscheidungen zu treffen. Einer seiner Leitsätze: „Unentschlossenheit ist eine der Hauptursachen des Misserfolgs. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung – für Sie ist aber einzig und allein Ihre eigene Meinung von Belang“ (S. 89). Ich werde mir diesen Leitsatz zu Herzen nehmen. Bei meiner Meinung werde ich in Zukunft apodiktisch sein.

apodiktisch (griech. apodeiktikos: beweiskräftig)

eigentlich: unumstößlich geltend, bestimmt, von schlagender Beweiskraft

allgemein allerdings eher abwertend: nicht widerlegbar, unbedingt richtig, ohne weitere Begründung unmittelbar gewiss, keinen Widerspruch duldend, keine andere Meinung gelten lassend

Eine apodiktische Aussage ist eine Aussage, deren Gegenteil unmöglich wahr sein kann, da der Beweisgrund eine allgemein anerkannte unumstößliche Wahrheit ist. Es wird zwischen mathematischen, logischen und philosophischen apodiktischen Aussagen unterschieden. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Bedeutung „keinen Widerspruch duldend“ gemeint. (http://de.wikipedia.org/wiki/Apodiktisch)

Ausdauer schließlich ist für Napoleon einer der wichtigsten Faktoren, um den Traum vom großen Geld in Wirklichkeit zu verwandeln. Erfolgreiche Menschen zeichnen sich aus durch überdurchschnittliche Ausdauer und Willenskraft.

In sportwissenschaftlicher Hinsicht versteht man unter Ausdauer die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Ermüdung und/oder die rasche Wiederherstellungsfähigkeit nach der Belastung. Konkret ist die Ausdauer die Fähigkeit, eine bestimmte Belastung (z. B. Laufgeschwindigkeit) über eine möglichst lange Zeit aufrechterhalten zu können ohne vorzeitig körperlich bzw. geistig zu ermüden und sich so schnell wie möglich wieder zu regenerieren. (http://de.wikipedia.org/wiki/Ausdauer)

Die sportwissenschaftliche Definition, die uns Wikipedia bietet, greift auch im übertragenen Sinne: Wie lange kann ich ein Ziel verfolgen, ohne zu ermüden? Wie lange kann ich den Belastungszustand (hier: den Versuch, 1 Million Euro zu verdienen) aufrechterhalten, ohne schlapp zu machen und aufzugeben? Habe ich genügend Ausdauer?

Falls nicht, ist dies – laut Napoleon Hill – auf das Fehlen eines ausreichend starken Wunsches zurückzuführen. Das Fehlen eines ausreichend starken Wunsches wiederum ist auf einen Mangel an Positivem Denken zurückzuführen, liegt also im Individuum selbst. Externe Faktoren spielen bei der Ausdauer keine Rolle, ebenso sind die relevanten internen Faktoren reduziert auf den Wunsch. Geistige/psychische/intellektuelle oder physische Faktoren spielen keine Rolle. Nur der Wunsch zählt. Der Wunsch versetzt die Berge.

Napoleons Leitsatz: „Mit Ausdauer entwickeln Sie ein magisches Geldbewusstsein und Ihr Unterbewusstsein arbeitet fortan unermüdlich an der Verwirklichung Ihres Traums vom Reichtum.

Das abschließende Kapitel seines Buches widmet Napoleon Hill dem vielleicht wichtigsten Faktor auf dem Weg zum Erfolg, einem Faktor, der „jeder Beschreibung spottet“: Der Sechste Sinn. Er ist das Fenster, durch das die allumfassende Vernunft ins Bewusstsein herein scheinen kann, ein Sinn, der die von der allumfassenden Vernunft kommenden Informationen wahrnimmt und empfängt (S. 108). „Zum eigentlichen Verständnis des Sechsten Sinnes“, so Napoleon Hill, „gelangt man nur in der Meditation, und zwar durch das Öffnen des inneren geistigen Auges“ (gibt es ein äußeres geistiges Auge?).

Der Sechste Sinn kann Sie so frühzeitig vor drohenden Gefahren warnen, dass Sie sie abwenden können und Sie so frühzeitig auf günstige Gelegenheiten aufmerksam machen, dass Sie sie zu nutzen vermögen. (S. 108)

Der Mensch verfügt neben den fünf körperlichen Sinnen, die ihm Erkenntnisse über seine Umwelt vermitteln, zusätzlich noch über einen weiteren, sechsten Sinn. Bisher ist es jedoch Wissenschaftlern noch nicht gelungen, ihn direkt einem bestimmten Organ zuzuordnen. Aber er existiert. Zweifellos. Uns als Praktiker (so Napoleon Hill) braucht es eh nicht zu interessieren, wo er verortet ist. Hauptsache er funktioniert. Ich weiß ja auch nicht, wo genau der Turbo beim Auto sitzt.

Präkongnitive Fähigkeiten. Wie Spider-Mans Spinnensinn.

Foto: HOWI; Horsch, Willy

Napoleon Hills Leitsatz hierzu: „Von nun an werden Sie nicht mehr passiv – und vergheblich auf Eingebungen zu warten brauchen. Ihre schöpferische Fantasie – Ihr sechster Sinn wird Sie mit dynamischer Energie füllen.“ (S. 111).

Ich werde zu einer unschlagbaren Mischung aus Jedi-Ritter und Spiderman.

Äußerst cool.

Ke-wel.

Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Domplatte-K%C3%B6ln-The-Amazing-Spider-Man.jpg


Smile? Smile!

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Verwendungszweck:   –

Napoleon Hill wurde 1883 a.D. in Pound River/Virginia/USA geboren und ist wohl das, was man als den Gründer der Erfolgsliteratur bezeichnen kann. Zunächst war er als Journalist und Schriftsteller wenig erfolgreich, bis ihn 1908 der reiche Industrielle Andrew Carnegie beauftragte, eine empirische Erhebung zum Thema Reichtum durchzuführen. In der Untersuchung sollte Napoleon Hill wirtschaftlich erfolgreiche Personen interviewen und in deren Biografien nach Gemeinsamkeiten suchen, die auf bestimmte Gesetzmäßigkeiten des Erfolgs schließen ließen. Anhand der Biografien von 500 Millionären erarbeitete Napoleon Hill schließlich seine Erfolgsformel und veröffentlichte diese in dem Buch Denke nach und werde reich. Die Erfolgsgesetze.

Im Jahr 1970 starb Napoleon Hill zwar nicht als reicher, doch aber als wohlhabender Mann.

Das Genre der Erfolgsliteratur, wenn man hier überhaupt von einem Genre sprechen kann (hierzu findet sich übrigens kein Eintrag in der deutschen Wikipedia), ist insgesamt wohl auf den schottischen Autor Samuel Smiles zurückzuführen. Er kam als einer der ersten auf die Idee, ein ebenso genanntes Buch zur Selbsthilfe zu schreiben: In seinem 1859 erschienenen Buch Self-Help gibt Smiles Anleitungen, wie Fleiß und Sparsamkeit zur Verbesserung des Charakters führen. Seines Erachtens ist das, was er als Selbsthilfe bezeichnet der einzige Weg zum Erfolg. Smiles kann insofern auch als Vorläufer von Napoleon Hill gelten, als er eine Reihe von Biografien erfolgreicher Männer schrieb, die alle ihren Reichtum harter Arbeit verdankten so z.B. über den englischen Ingenieur und Vater der Eisenbahn, George Stephenson, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts die erste öffentliche Strecke für Dampfeisenbahnen baute, oder über den Großvater Charles Darwins, der als der Erfinder der industriellen Töpferei gilt.


Foto: Deutsche Fotothek; Roger Rössing

Im Viktorianischen England galt Smiles Werk bald schon als Bibel des Liberalismus: Freiheit, Gleichheit und Strebsamkeit führen den Einzelnen und schließlich die ganze Gesellschaft zu einem besseren Leben.

Self-Help Bücher sind demzufolge Erläuterungen für verschiedenste Leser, wie sie ihre jeweiligen Probleme lösen können. Mittlerweile sind Self-Improvement Bücher – die modernere Version der Self-Help Books – ein weltweites kulturelles Phänomen geworden. Ob man von einem Nischenprodukt sprechen kann bei einem Buch, das sich im ersten Jahr seiner Veröffentlichung bereits im 19. Jahrhundert, als Literatur noch teuer und Druckkosten hoch waren, bereits mehr als 20 000 Mal verkauft hat, weiß ich nicht. Am Ende des 20. Jahrhunderts – nicht nur dem fin de siécle, sondern dem fin de millenium – jedenfalls explodierte der Markt für Self-Improvement. Allerdings  hatte das wohl nicht damit zu tun, dass sich die Menschen charakterlich „verbessern“ wollten, wie dies noch zu Smiles Zeiten der Fall war (oder sein sollte). Vielmehr wollte jeder plötzlich reich werden. Humanitäre Belange spielten hier keine Rolle – wie der Börsencrash Anfang des 21. Jahrhunderts deutlich vor Augen hielt.

Napoleon Hill brachte dies im Gegensatz zu Smile bereits im Titel seines Buches zum Ausdruck: Es heißt nicht „Denke nach und werde ein besserer Mensch“, sondern „Denke nach und werde reich“. Schwerpunkte klar gesetzt: Denken und reich.

Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fotothek_df_roe-neg_0006636_015_Bild_Publikum.jpg


Re-Organize Hard Disk

Kontostand:                – 161,49

Ausgaben:                 5,79

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Verwendungszweck:   Denke nach und werde reich

Uh. Kopfschmerz.

Grelles Licht auf meiner Retina.

Draußen plärren die Vögel.

Ich kann nicht nachdenken.

Nur eiserne Disziplin ermöglicht es mir, mich an den Rechner zu setzen. Ich mache kurz einen Screenshot und bearbeite ihn dann in Photoshop nach. Zur Motivation.

Mein Hirn ist organisiert wie eine Festplatte. Mit Verzeichnissen und Unterverzeichnissen. Gut und schlecht nebeneinander. Ich öffne einen Ordner mit Erinnerungen, guten. In dem Ordner befinden sich verschiedene Dateien. Im Vorschau-Fenster wird angezeigt, was genau die Dateien enthalten. Die Namen sind auch noch ausschlaggebend. Ich war zu faul, um das Datum auch noch entsprechend abzuändern.

Mäandrierendes Arbeiten. Zielführend? Ich mäandriere weiter.

Eine Tasse Kaffee. Eine Kacke Tassee.

Der Anagramm-Finder (www.sibiller.de/anagramme) spuckt aus (und noch 1348 andere!):

FASANE KEIFTE SEE
FASANE FEE SEE KIT
AASE EFFEKTES NIE
AASE FEE SENFE KIT
AASE FEE KNEIFT ES
AASE FEE INFEKT ES
AASE FEE FEIN SEKT
AASE FEE FIES KENT
AAS EFFEKT SEEN EI

Als nächstes versuche ich es mit einem Klassiker. Denke nach und werde reich. Die Erfolgsgesetze von Napoleon Hill von Ariston (Taschenbuch – 12. August 2005) 112 Seiten für 2,79€ plus 3€ Porto.

Die Kurzbeschreibung liest sich sehr vielversprechend. Napoleon Hill hat mehr als zwanzig Jahre lang recherchiert und versucht, herauszufinden, welche Gemeinsamkeiten reiche Menschen verbinden. Dazu hat er über 500 Millionäre interviewt und schließlich eine Methode gefunden, die unweigerlich zum Erfolg führt. Diese Erfolgsgesetze, wie er sie nennt, hat er in seinem Buch Denke nach und werde reich (im Original Think and Grow Rich, 1937) zusammengefasst. Seit dem Erscheinen hat sich das Buch mehr als 60 Millionen Mal verkauft. Hätte Napoleon Hill pro Ausgabe nur einen Euro Gewinn gemacht, wäre er allein damit schon sechzigfacher Millionär.

Allerdings wäre Napoleon Hill heute auch ca. 130 Jahre alt. Das wäre wahrlich eine Langzeitstrategie gewesen.

Zynismus beiseite. Ich verabscheue keine menschliche Eigenschaft so sehr wie Zynismus.

Werde ich dennoch reich, obwohl ich (heute) nicht nachdenken kann?!?

Später: Gegen Orell beim Kickern verloren. Ich bin ja so schlecht.


Zeichen und Wunder

Kontostand:                  143,75

Ausgaben:                     12,05 und 3,01

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:      Lotto, Screw it, let’s do it!

8:55 Uhr.

Komme gerade zurück von einer Musikschule: Will irgendwann einmal in der Band nicht nur Schlagzeug spielen, sondern auch singen. Und weil das ziemlich schwierig ist, werde ich wohl um Gesangsunterricht nicht herumkommen. Deshalb: Erste Erkundigungen nach einem passenden Lehrer eingeholt; habe eine Lehrerin gefunden, allerdings für klassischen Gesang, nicht für Rock. Die Unterrichtsstunde kostet 40€. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem Gesangsunterricht nochmal. Oder spar’s mir auf bis ich Millionär bin.

Beim Heimweg hat sich folgendes ereignet: Ich musste noch kurz in die Drogerie, um Kontaktlinsenmittel zu kaufen. Dafür hatte ich aus unserer Küchen-Spardose (Käpt’n Blaubär) 15€ in die Hosentasche gesteckt. Das Kontaktlinsenmittel kostete nur 2,95€ und so beschloss ich spontan, die restlichen 12,05€ auf den Kopf zu hauen und Lotto zu spielen.

Im Lotto-Laden erklärte mir dann ein dicklicher Kettenraucher (keine Spur von totalem Rauchverbot), ein Normalschein für einen Tag kostet 13€ – da ich nur 12,05€ hatte, könnte ich also nicht spielen.

Ich war entsetzt, mein Enthusiasmus verpufft. Ist Lotto so teuer?

Er meinte dann, wieviel ich denn investieren wollte. Da ich nur 12,05€ hatte, konnte ich also nur 12,05€ investieren, komische Frage. War das ein Lotto-Verkäufer oder ein Immobilienmakler? Nach einigem Hin- und Her (ich wollte, ich konnte gar nicht mehr investieren) gab er sich geschlagen und sagte: „10 Kästchen mit jeweils 6 Zahlen. Füll mal aus. Gilt nur heute.“ und nahm meine 12,05€: „Weil heute so ein schöner Tag ist.


Napoleon Hills Strategie funktioniert: Denke positiv, dann passieren positive Dinge.

Zeichen und Wunder.

Ich bin auf dem richtigen Weg.

Vielleicht kann ich nach der heutigen Ziehung das Projekt schon abbrechen 😉

Später.

Habe mich voll Freude an Screw it, let’s do it von Richard Branson gemacht. Diesmal nicht hunderte von Seiten, sondern komprimierte Lebenserfahrung auf 111 Seiten. Gebraucht zum sagenhaften Preis von 0,01 Euro plus 3 Euro Versand. Wer verkauft Bücher für einen Cent?!?