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Einen Coach du musst suchen, junger Padawan

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Wenn es darum geht, 1 Million Euro zu verdienen, erhalte ich von den Leuten verschiedenste Reaktionen:

a)      absolutes Unverständnis: „Das schafft ihr doch eh nicht.“

b)      Leichter Vorwurf: „Du musst ja Zeit haben!“

c)      Projektion auf die eigene Lebenssituation: „Ich habe nicht so viel Zeit.“

d)     Verknüpfung von b) und c): „Und jetzt wollt ihr Geld von mir?!?“

Nur wenige Leute (Lukas z.B.) finden die Idee toll und wünschen mir Glück dabei. Eine Ähnliche Reaktion hatte ich schon einmal erlebt, als ich 1000 Euro im Lotto gewonnen hatte (davon hatte ich mir dann eine weinrote Gibson Les Paul Studio E-Gitarre gekauft): Voll Freude erzählte ich einigen meiner Freunde davon. Nur wenige freuten sich wirklich für mich. Die meisten waren wenig begeistert. Der Dialog mit einer – ehemals guten – Freundin sah folgendermaßen aus:

Ich: „Ich habe 1000 Euro im Lotto gewonnen! Yipiiieee!“

Sie: „Ich spiele gar nicht Lotto.“

Was sollte denn das bitte für eine Reaktion sein? Von einer Freundin?!? Hier ging es doch nicht um sie, sondern um mich. Was ich eigentlich sagen wollte war in etwa „Ich freue mich, dass ich im Lotto gewonnen habe und du bist meine Freundin, also freu dich bitte mit mir – wir können zusammen ein Bier drauf trinken! Oder Sekt!“

Seit dieser missglückten Kommunikation versuche ich, etwas diplomatischer zu sein. Meistens klappt es nicht. Ich muss noch üben.

Die wenigsten Leute können – oder wollen – wirklich Tipps geben, wie man 1 Million Euro verdienen kann. Wenn man sie danach fragt, bekommt man entweder dumme Vorschläge („Versuch’s mal mit nem Banküberfall“) oder dämliche Antworten („Ich weiß wie’s geht, aber ich sag’s dir nicht“). Wirkliche Tipps von Profis muss man bezahlen: Die gibt es in Printform oder in digitaler Form, als Bücher. Oder auf Seminaren. Oder von einem Coach.

Brian Tracy betont immer wieder, wie wichtig es sei, sich auf dem Weg zum Erfolg einen Begleiter zu suchen, einen Coach. Kein Wunder, dass er die Wichtigkeit so hervorhebt, schließlich verdient er sein Geld damit: Laut seiner Vita ist er einer der „besten Persönlichkeits- und Managementtrainer der Welt mit jährlich 350 000 Seminarteilnehmern. Er ist Präsident eines Unternehmens mit 350 Beratern und Trainern. Seine Bücher und Audioprogramme sind Bestseller und in 17 Sprachen und 38 Ländern erhältlich.“ Allein dadurch ist er wohl schon Multimillionär geworden. Coaching ist seine Geschäftsidee.

Mit einem Kontostand, der sich im Negativen befindet, scheidet Brian Tracy wohl als Coach für mich aus. Ich surfe im Internet nach preiswerteren Alternativen. Was genau versteht man den unter Coaching, was ist eigentlich ein Coach? Wikipedia hilft:

Coaching ist die lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen, vorwiegend im beruflichen Umfeld, zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbstgesteuerten Verbesserung der Wahrnehmung, des Erlebens und des Verhaltens. Der Coach begleitet den Klienten bei der Realisierung eines Anliegens oder der Lösung eines Problems. Ziel des Coachings im beruflichen Kontext ist vor allem die Verbesserung der Lern- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Ressourcen des Klienten.

Yoda ist für Luke also so etwas wie ein Coach. Yoda ist der Meister, Luke der Schüler oder Padawan.

Memo an mich selbst: Nach einem Coach suchen. Ohne geht’s anscheinend nicht.

Foto: RanjithSiji

Beim Bild handelt es sich übrigens nicht um mäandrierende Recherche, sondern lediglich um einen Tippfehler. Couch statt Coach.

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Couch_Furniture.JPG