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Zeichen und Wunder

Kontostand:                  143,75

Ausgaben:                     12,05 und 3,01

Einnahmen:                   00,00

Verwendungszweck:      Lotto, Screw it, let’s do it!

8:55 Uhr.

Komme gerade zurück von einer Musikschule: Will irgendwann einmal in der Band nicht nur Schlagzeug spielen, sondern auch singen. Und weil das ziemlich schwierig ist, werde ich wohl um Gesangsunterricht nicht herumkommen. Deshalb: Erste Erkundigungen nach einem passenden Lehrer eingeholt; habe eine Lehrerin gefunden, allerdings für klassischen Gesang, nicht für Rock. Die Unterrichtsstunde kostet 40€. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem Gesangsunterricht nochmal. Oder spar’s mir auf bis ich Millionär bin.

Beim Heimweg hat sich folgendes ereignet: Ich musste noch kurz in die Drogerie, um Kontaktlinsenmittel zu kaufen. Dafür hatte ich aus unserer Küchen-Spardose (Käpt’n Blaubär) 15€ in die Hosentasche gesteckt. Das Kontaktlinsenmittel kostete nur 2,95€ und so beschloss ich spontan, die restlichen 12,05€ auf den Kopf zu hauen und Lotto zu spielen.

Im Lotto-Laden erklärte mir dann ein dicklicher Kettenraucher (keine Spur von totalem Rauchverbot), ein Normalschein für einen Tag kostet 13€ – da ich nur 12,05€ hatte, könnte ich also nicht spielen.

Ich war entsetzt, mein Enthusiasmus verpufft. Ist Lotto so teuer?

Er meinte dann, wieviel ich denn investieren wollte. Da ich nur 12,05€ hatte, konnte ich also nur 12,05€ investieren, komische Frage. War das ein Lotto-Verkäufer oder ein Immobilienmakler? Nach einigem Hin- und Her (ich wollte, ich konnte gar nicht mehr investieren) gab er sich geschlagen und sagte: „10 Kästchen mit jeweils 6 Zahlen. Füll mal aus. Gilt nur heute.“ und nahm meine 12,05€: „Weil heute so ein schöner Tag ist.


Napoleon Hills Strategie funktioniert: Denke positiv, dann passieren positive Dinge.

Zeichen und Wunder.

Ich bin auf dem richtigen Weg.

Vielleicht kann ich nach der heutigen Ziehung das Projekt schon abbrechen 😉

Später.

Habe mich voll Freude an Screw it, let’s do it von Richard Branson gemacht. Diesmal nicht hunderte von Seiten, sondern komprimierte Lebenserfahrung auf 111 Seiten. Gebraucht zum sagenhaften Preis von 0,01 Euro plus 3 Euro Versand. Wer verkauft Bücher für einen Cent?!?

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Papagei

Kontostand:                  105,69

Ausgaben:                     01,49

Einnahmen:                    00,00

Verwendungszweck:       Vier AA-Batterien 1,5V

 

Heute ereignete sich ein Zufall, der, als Zeichen gedeutet, verheißt, dass ich auf der richtigen Spur zum Erfolg bin. Allein meine Gedanken ziehen den Erfolg magisch an.

Als ich die Kinder vom Kindergarten abholte, sah ich auf der Mülltonne eines Nachbarn einen Vogel sitzen. Bei genauerem Hinsehen entpuppte er sich als Papagei – aus Stoff, lebensecht. Als ich mir den Vogel ansah, kam gerade jemand aus dem Haus, winkte den Kindern im Fahrradanhänger zu und meinte, sie können den Papagei mitnehmen, wenn sie wollten. Da die Kinder schliefen, wollte ich.

Das Batteriefach am Rücken des Papageis lies vermuten, dass er mehr kann, als es zunächst den Anschein hat (nämlich: still und leise auf einer Mülltonne sitzen). Das Internet förderte Details zu Tage:  Mit entsprechender Fernbedienung lässt sich der Papagei so programmieren, dass er auf Befehle antwortet und verschiedene Kommentare abgibt. Er kann auch singen, tanzen, schlafen, fressen und Sätze nachplappern. Das einzige was fehlt ist die Fernbedienung. Allerdings gelang es mir mit Hilfe einer programmierbaren Fernbedienung zumindest die Aufnahme/Abspiel-Funktion zu aktivieren.

Morgen ist Bandprobe. Wir proben bei uns im Keller: Silvester singt, Orell spielt Gitarre, Isi spielt Bass. Ich sitze hinterm Schlagzeug. Wir proben jeden Donnerstag, außer wenn Silvester auf Geschäftsreise ist oder Orell keine Zeit hat. Isi und ich haben immer Zeit. Wir nehmen das Babyphone mit runter und wenn wir Glück haben, können wir ungestört von den Kindern bis weit nach Mitternacht Musik machen, Bier trinken und Gummibärchen futtern.

Jetzt sitzt der Papagei auf Isis Bassverstärker und gibt Kommentare ab, die ich ihm einprogrammiert habe: Das habt ihr schon mal besser gespielt! Ich will noch ein Bier! Ich widerspreche der Dauerhaften Speicherung der Daten! Den letzten Satz habe ich extra für Orell aufgenommen. Er macht sich permanent sorgen darüber, dass ich mit irgendeinem elektronischen Aufnahmegerät die belanglose Konversation während der Bandprobe mitschneide und ihn irgendwann damit erpresse.

Ob damit 1 Million Euro zu verdienen ist? Einen Versuch wäre es wert.